Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erster Schritt bei Entstehung von Prostatakrebs erforscht

01.09.2004


Verlust einer Kopie des Gens Rb entscheidend

... mehr zu:
»Gen »Krebserkrankung »Prostatakrebs

Eine Studie des Fred Hutchinson Cancer Research Center hat den ersten Schritt in der Entstehung von Prostatakrebs beschrieben. Werden Mäuse gentechnisch so verändert, dass sie eine einzelne Kopie des Gens Rb in ihrer Prostata verlieren, entwickeln sie einen präkanzerösen Zustand, der den frühesten Stadien des menschlichen Prostatakrebses entspricht. Beim Fehlen weiterer genetischer Defekte erkrankten die Tiere nicht vollständig. Diese Erkenntnisse könnten neue Tests ermöglichen, die zeigen, ob der Krebs aggressiver wird. Damit könnten Behandlungsverfahren entwickelt werden, die ein Fortschreiten der Krankheit verhindern. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Cancer Research veröffentlicht.

Die Wissenschaftler entwickelten ein System, bei dem gentechnisch veränderte Mäuse selbst eine oder beide Kopien des Rb Gens in den Prostatazellen zerstörten. Der entscheidende Unterschied zwischen diesen Tieren und anderen Verfahren zur Ausschaltung eines Gens ist, dass das Gen im restlichen Gewebe intakt bleibt. Damit entsteht eine Situation, die jener sehr ähnlich ist, bei der Gene bei Krebserkrankungen deaktiviert oder verloren werden. Auch beim Verlust einer Rb Kopie erkrankten die Mäuse an einer fokalen Hyperplasie, die durch ein präkanzeröses Wachstum gekennzeichnet ist. Bis zu einem Jahr nach ihrem Entstehen kam es zu keiner Krebserkrankung. Laut dem leitenden Wissenschaftler Norman Greenberg erklärte, dass der Verlust einer einzelnen Genkopie für eine Krebserkrankung nicht ausreichend sei. Auch der Verlust der zweiten Kopie schien das Fortschreiten der Erkrankung nicht zu beschleunigen.


Greenberg erklärte, dass die neuen Erkenntnisse sich mit dem Sehen von Rauch vergleichen ließen. Jetzt müsse man die genetischen Voraussetzungen für das Feuer ermitteln. Die Wissenschaftler konzentrierten sich auf das Rb Gen, das dafür bekannt ist, dass es bei einer Reihe von Krebsarten Defekte aufweist. Bei Prostatakrebs treten diese Defekte in bis zu 60 Prozent der Fälle auf. Rb gehört zur Familie jener Gene, die als Tumor-Suppressoren bekannt sind. Sie sind normalerweise daran beteiligt, die Zellteilung in einem normalen Rahmen zu halten.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.fhcrc.org
http://cancerres.aacrjournals.org

Weitere Berichte zu: Gen Krebserkrankung Prostatakrebs

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie