Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europäischer Kardiologenkongress 2004: Stadtleben ungesund fuers Herz

31.08.2004


Experten warnen: Herzinfarkte durch Lufverschmutzung und Lärmbelastung



Luftverschmutzung und Lärm kann Ihre Herzgesundheit gefährden: Das jedenfalls legen Studien nahe, die heute auf dem Europäischen Kardiologenkongress in München präsentiert wurden. Doch vorbeugende Massnahmen sind hier oft schwierig umzusetzen.



Umweltbelastungen wie hohe Luftverschmutzung oder starke Lärmbelastung im Wohnumfeld oder am Arbeitsplatz dürften für eine erheblich Zahl von Herzinfarkten verantwortlich sein, berichteten heute internationale Experten beim Europäischen Kardiologenkongress, der noch bis 1. September in München stattfindet. Eine Reihe neuer Studien belegen die Bedeutung derartiger Risiken, die vom Einzelnen häufig kaum beeinflussbar sind.

Mehr Spitalseinweisungen in Grossstädten mit Luftbelastung

Den Einfluss von Luftverschmutzung auf den Gesundheitszustand von Menschen, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, untersuchte beispielsweise die von der EU geförderte "HEAPS"-Studie, eine Grossuntersuchung mit insgesamt 22.000 Teilnehmern in fünf europäischen Städten (Augsburg, Barcelona, Helsinki, Rom und Stockholm). Zehn Prozent der untersuchten Herzpatienten mussten im Untersuchungszeitraum (1992 bis 2000) wegen eines neuerlichen Herzinfarktes in ein Krankenhaus eingewiesen werden, 16 Prozent wegen Angina Pectoris und 30 Prozent von ihnen wegen anderer Herzprobleme. "Der Grad der Luftverschmutzung stand in einem direkten Zusammenhang mit der Häufigkeit von Krankheitsfällen", berichtete Dr. Stephanie von Klot vom GFS Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in Neuherberg bei München auf dem Kongress. "Wenn an einem bestimmten Tag besonders hohe Konzentrationen von belastenden Partikeln gemessen wurden, dann kam es noch am selben oder am darauf folgenden Tag auch zu mehr Spitalseinweisungen unter den beobachteten Herzpatienten." Wer also schon einmal einen Herzinfarkt hatte, so das Fazit der Forscher, dessen Risiko, wieder krank zu werden, steige mit dem Grad der Luftverschmutzung an.

Experten warnen: Lärmbelastung kann zum Herzinfarkt führen

Aber auch wer häufig Lärm ausgesetzt ist, muss mit einem höheren Risiko in Sachen Herzgesundheit rechnen, berichtete eine deutsche Forschergruppe beim Kongress in München. Prof. Stefan Willich und seine Kollegen vom Institut für Sozialmedizin an der Charité in Berlin hatten zwischen 1998 und 2001 insgesamt 4.115 Patienten untersucht, die mit einem akuten Herzinfarkt in Berliner Krankenhäuser eingewiesen wurden. Dabei wurde einerseits die subjektive Lärmbelastung auf einer fünfteiligen Skala abgefragt, andererseits untersuchten die Forscher auch die objektive Lärmbelastung im Wohnumfeld und am Arbeitsplatz der Betroffenen.

Männer und Frauen reagieren unterschiedlich

Lärm erwies sich als ganz erheblicher Risikofaktor für Herzinfarkt, wobei Männer und Frauen allerdings unterschiedlich reagieren: Frauen, die in ihrem Lebensumfeld einer belastenden Lärmkulisse ausgesetzt sind, haben ein 1,4-fach erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, als Frauen ohne diesen Belastungsfaktor. Bei Männern war in dieser Hinsicht kein Unterschied zu beobachten, sehr wohl aber, was Lärm am Arbeitsplatz betrifft: Hier haben Männer, die Lärm ausgesetzt sind, ein 1,4-fach erhoehtes Herzinfarkt-Risiko, Frauen hingegen nicht. Einen Unterschied macht diese Geschlechterdifferenz jedenfalls für die Prävention, sagte Prof. Willich: "Das Risiko für Männer lässt sich durch geeignete Lärmschutzmassnahmen am Arbeitsplatz durchaus realistisch verringern. Aber betroffenen Frauen zu raten, doch in eine ruhigere Gegend zu ziehen, ist wohl eine nicht so einfach umsetzbare Empfehlung."

Kontakt für deutschsprachige Medien:
Dr. Birgit Kofler
Roland Bettschart
B&K - Bettschart und Kofler Medien- und Kommunikationsberatung GmbH
e-mail: kofler@bkkommunikation.at
Erreichbarkeit beim Kongress:
Mobil: +49 -(0) 151 11 725 781
Pressezentrum: +49 - (0)89 - 949 27 035

Internationaler Medienkontakt:
Camilla Dormer
Press & Public Relations Officer
European Society of Cardiology (ESC)
e-mail: cdormer@escardio.org
Erreichbarkeit beim Kongress: +49 - (0) 151 11 725 814

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.escardio.org

Weitere Berichte zu: Herzinfarkt Luftverschmutzung Lärmbelastung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte