Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Depression effektiv mit Systemischer und Familientherapie behandeln

30.08.2004


Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erwartet, dass depressive Störungen in den nächsten Jahrzehnten zur häufigsten Erkrankung werden - mit weitem Abstand vor allen anderen psychischen oder körperlichen Krankheiten. Obwohl erfolgreiche Behandlungsmethoden existieren, ist die Versorgung von Menschen mit Depressionen weltweit mangelhaft. Experten aus dem In- und Ausland vergleichen auf dem 5. Europäischen Kongress für Familientherapie und Systemische Praxis (EFTA) welche Therapien in unterschiedlichen Ländern angewandt werden.



Häufig werden Depressionen medikamentös mit Antidepressiva behandelt. Dazu kommen psychologische Verfahren, vor allem die kognitive Therapie, und bei Bedarf weitere Verfahren wie die Lichttherapie oder Schlafentzug. "Effektiver als medikamentöse und kognitive Therapie ist jedoch die Systemische Paartherapie", meint Dr. Eia Asen, Mitglied des Londoner Royal College of Psychiatrists, im Vorfeld des EFTA-Kongresses.

... mehr zu:
»Depression


In der Systemischen Paartherapie nehmen die Erkrankten und ihre Partner gemeinsam an den Therapiesitzungen teil. Der Therapeut kann so den großen Einfluss der Beziehung auf den Erkrankten in seine Lösungsansätze mit einbeziehen. Die Unterstützung durch den Partner führt dazu, dass Patienten diese Therapieform mehr akzeptieren als medikamentöse oder kognitive Therapie. Sie brechen die Behandlung seltener vorzeitig ab. Die Systemische Paartherapie kostet außerdem genauso viel wie die medikamentöse Behandlung, obwohl mehr Kosten durch die Therapiesitzungen anfallen. Diese werden jedoch durch geringere Kosten für Krankenhausaufenthalte ausgeglichen. Asen stützt seine Meinung auf randomisierte, kontrollierte Untersuchungen, darunter die Londoner Depressions-Interventionsstudie. Diese Studie hat in Großbritannien mit dazu beigetragen, dass die Systemische Therapie als Behandlungsverfahren in der Erwachsenenpsychiatrie zunehmend anerkannt wird.

Doch auch Kinder und Heranwachsende leiden unter Depressionen. Sie werden in europäischen Ländern unterschiedlich therapeutisch behandelt. Dies zeigt eine Studie mit zehn- bis 14-Jährigen in Athen, Helsinki und London, die Familientherapie und Kinderpsychotherapie vergleicht. Dr. David Campbell, klinischer Psychologe der Kinder- und Familienabteilung der Londoner Tavistock-Klinik, stellt auf dem EFTA-Kongress diese Studie vor.

Eine weitere Veranstaltung hat das Thema, wie depressive Heranwachsende mit der Bindungsbezogenen Familientherapie behandelt werden können. Dr. Guy Diamond, Direktor im Kinderkrankenhaus von Philadelphia, referiert zu dieser Therapieform. Sie löst Konflikte und Traumata des jugendlichen Erkrankten und seiner Familie, um dann vertrauensvolle Bindungen innerhalb der Familie aufzubauen.

Termine zum Thema im Rahmen des 5. Europäischen Kongresses für Familientherapie und Systemische Praxis im ICC Berlin:

Donnerstag, 30. September 2004, 11.00 bis 13.00 Uhr
Gebunden an unsere Kindheiten: Ein Versuch, Bindungstheorien und systemische Theorien in der Praxis zu integrieren.
mit dem Beitrag: Bindungsbezogene Familientherapie für depressive Adoleszenten, Guy Diamond

Donnerstag, 30. September 2004, 14.30 bis 18.00 Uhr
Outcome-Forschung: Befunde zur Effektivität der Systemischen Therapie
mit dem Beitrag: Vergleich zwischen Familientherapie und Kinderpsychotherapie bei depressiven Kindern und ihren Familien in drei europäischen Städten, David Campbell

Freitag, 1. Oktober 2004, 11.00 bis 13.00 Uhr
Systemische Ansätze in der Psychiatrie
Leitung: Tamás Kurimay, Jochen Schweitzer

Der Kongress wird ausgerichtet von den beiden deutschen Verbänden für systemische Forschung, Therapie, Beratung und Supervision, der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie und der Systemischen Gesellschaft.

IHRE ANSPRECHPARTNER:
Anne-Katrin Döbler, Beate Schweizer
Pressestelle EFTA
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel: 0711 / 8931 295, Fax: 0711 / 8931 566
E-Mail: presse@efta2004.de

oder

Bernhard Schorn, DGSF-Geschäftsführer
DGSF; Pohlmanstraße 13; 50735 Köln
Fon (0221) 61 31 33; Fax (0221) 9 77 21 94
E-Mail: schorn@dgsf.org

Bernhard Schorn | idw
Weitere Informationen:
http://dgsf.org
http://systemische-gesellschaft.de
http://efta2004.de

Weitere Berichte zu: Depression

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Ein Knebel für die Anstandsdame führt zu Chaos in Krebszellen
22.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise