Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einweihung eines der weltweit modernsten Operationssäle an der Frankfurter Uniklinik

26.08.2004


Intraoperative Kernspintomographie eröffnet neue Möglichkeiten in der Gehirnchirurgie


Übersicht über den neugeschaffenen neurochirurgischen Operationssaal mit intraoperativem Kernspintomographen an der Klinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Frankfurt am Main


Mikrochirurgische Gehirnoperation mit intraoperativem Kernspintomographen an der Klinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Frankfurt am Main



In der Klinik für Neurochirurgie der Frankfurter Universitätsklinik wurde einer der weltweit modernsten Operationssäle in Betrieb genommen, der einzigartige Möglichkeiten in der Hirntumorchirurgie bietet. Kernstück des völlig neu konzipierten Operationssaales ist der "PoleStar N20", ein hochinnovativer mobiler Kernspintomograph (MRT) der neuesten Generation, der unmittelbar am Operationstisch eingesetzt werden kann. Hiermit ergibt sich für die Chirurgen um Klinikdirektor Professor Volker Seifert die Möglichkeit, zu jedem Zeitpunkt der Operation kernspintomographische Bilder vom Gehirn des Patienten anzufertigen. Die Ärzte an der Neurochirurgischen Klinik erwarten dadurch wesentliche Fortschritte bei der Operation von Tumoren und anderen Krankheitsprozessen im Gehirn.

... mehr zu:
»Kernspintomograph »N20


Gehirntumore sind häufig schwer vom gesunden Nachbargewebe zu unterscheiden. Während an anderen Organen die befallenen Abschnitte einschließlich einer Sicherheitszone großzügig entfernt werden können, müssen die Neurochirurgen bei Gehirnoperationen exakt an der Grenze des Tumors arbeiten und das gesunde Nachbargewebe schonen. Im kompliziertesten Organ des Menschen drohen weitreichende Schäden, wenn selbst winzige, aber unersetzliche Bereiche wie das Sprechzentrum, das Bewegungszentrum oder einzigartige Verbindungssysteme zwischen Hirnteilen verletzt werden. Die Schwierigkeit der Hirntumorchirurgie besteht in der Gratwanderung, eine Geschwulst so radikal wie nötig und so schonend wie möglich zu entfernen.

Bisher konnten die Ärzte erst nach dem Eingriff feststellen, ob sie den Tumor tatsächlich vollständig entfernt hatten. So wurde am Folgetag der Operation eine konventionelle MRT durchgeführt, um das Ausmaß der Tumorentfernung sichtbar zu erfassen. Waren noch Tumorreste nachweisbar, bedeutete dies für den Patienten unter Umständen eine nochmalige Operation oder eine zusätzliche Nachbehandlung durch Strahlen- oder Chemotherapie.

"Mit dem PoleStar N20 können wir neurochirurgische Eingriffe noch präziser und sicherer durchführen" hebt Professor Volker Seifert die Bedeutung der neuen Technologie hervor. Bereits von Beginn der eigentlichen Operation an erstellt der PoleStar N20 hochauflösende Bilder des Gehirns. Durch eine Verbindung mit dem Navigationscomputer zeigen diese Bilder dem Neurochirurgen exakt die optimale Position der Schädeleröffnung und weisen den schonendsten Weg zum Tumor. Während der Entfernung der Geschwulst werden aktuelle Bilder angefertigt, die dem Operateur wertvolle Informationen über den Fortschritt der Operation, die Größe und Lage des Resttumors und die Nähe zum normalen Hirngewebe bereitstellen.

Die Anwendung des intraoperativen Kernspintomographen verspricht den Patienten den Vorteil einer radikalen, aber gleichzeitig auch schonenden Operation mit vermindertem Risiko einer Nachoperation und reduzierter Gefahr von Komplikationen. Zudem erlaubt sie die häufigere Anwendung von sogenannten "Schlüsselloch"-Operationen, bei denen durch die verkleinerte Operationsfläche die Heilungsphase verkürzt ist und der Patient zeitiger aus dem Krankenhaus entlassen werden kann.

Zusätzlich stehen dem Chirurgen im Operationssaal die neuesten Verfahren computer-gesteuerter Operationstechniken (Neuronavigation) sowie ein an der Frankfurter Neurochirurgie mitentwickeltes neues Spezialmikroskop für Hirneingriffe zur Verfügung, das u.a. die Möglichkeit einer Hirngefäßdarstellung ohne Röntgenstrahlung und eine spezielle Fluoreszenzerkennung von Hirntumorzellen bietet.

Mit der Inbetriebnahme des intraoperativen Kernspintomographen im Umfeld der anderen Hochtechnologien verfügt die Neurochirurgische Klinik über einen der weltweit modernsten Operationssäle. Für das Universitätsklinikum Frankfurt bedeutet der PoleStar eine weitere Aufwertung als etabliertes und deutschlandweit anerkanntes Zentrum bei der Behandlung und Erforschung von Erkrankungen des Gehirns. "Von den jährlich über 2.300 Eingriffen, die bei uns vorgenommen werden, wird das neue Gerät bei einer großen Zahl von Eingriffen zum Einsatz kommen", so Professor Seifert.

Der "Neurochirurgische Operationssaal der Zukunft", wie ihn Professor Seifert und seine Mitarbeiter nennen, wurde durch Mittel des Klinikums Frankfurt, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und durch die Spendenaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung finanziert. Ohne die Mittel der Spendenaktion, zu der die Frankfurter Allgemeine Zeitung ihre Leser im Winterhalbjahr 2001/2002 aufrief, hätte der 2,5 Millionen Euro teure Operationssaal nicht eingerichtet werden können.

Für weitere Informationen:

Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Frankfurt
Fon (0 69) 63 01 - 77 64
Fax (0 69) 63 01 - 8 32 22
E-Mail ricarda.wessinghage@kgu.de

Ricarda Wessinghage | idw
Weitere Informationen:
http://www.kgu.de
http://www.kgu.de/neurochirurgie/

Weitere Berichte zu: Kernspintomograph N20

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verbesserte Heilungschancen durch individualisierte Therapie bei Hodgkin Lymphom
23.10.2017 | Uniklinik Köln

nachricht Aktuelle Therapiepfade und Studienübersicht zur CLL
20.10.2017 | Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 65 neue genetische Risikomarker für Brustkrebs entdeckt

Manche Familien sind häufiger von Brustkrebs betroffen als andere. Dies kann bislang nur teilweise durch genetische Risikomarker erklärt werden. In einem weltweiten Verbund haben Forscher nun 65 weitere Erbgutvarianten identifiziert, die zum Brustkrebsrisiko beitragen. Die Studie, an der auch Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Universitätsklinikum Heidelberg beteiligt waren, wurde in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht. Die Forscher erwarten, dass die Ergebnisse dazu beitragen, Screeningprogramme und die Früherkennung von Brustkrebs zu verbessern.

Seit Angelina Jolies medienwirksamer Entscheidung, sich vorbeugend die Brüste entfernen zu lassen, ist der genetische Hintergrund von Brustkrebs auch einer...

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Boost für Lipidforschung: Grazer Forscher erleichtern Lipidanalyse

24.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Bildung von Magma-Ozeanen auf Exoplaneten erforscht

24.10.2017 | Physik Astronomie

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften