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Procam-Rechner kombiniert mit Computertomographie verbessert die Kalkulation eines Herzinfarktrisikos

23.08.2004


Zusammen mit der International Task Force for Prevention of Coronary Heart Disease (Internationale Arbeitsgruppe für die Prävention koronarer Herzkrankheit) stellt Siemens Medical Solutions ein neues Verfahren zur Berechnung des Herzinfarktrisikos eines Patienten vor. Bestehend aus der kombinierten Nutzung des „Prospective Cardiovascular Muenster“ (PROCAM)-Rechners und einer Mehrschicht-Computertomographie (CT) des Herzens verbessert es deutlich die Identifikation von Hochrisikopatienten.



Wissenschaftler unter der Führung von Professor Dr. Gerd Assmann am Institut für Arterioskleroseforschung der Universität Münster haben ein Punkteschema (Procam-Rechner) entwickelt, mit dessen Hilfe jeder Arzt das Herzinfarktrisiko seiner Patienten auf sehr einfache Weise berechnen kann. Der Rechner berücksichtigt die Risikofaktoren Alter, Geschlecht, Blutfette, Blutdruck, Herzinfarkt in der Familie, Rauchen und Diabetes. Er erlaubt neben der Berechnung des Ausgangsrisikos auch eine Abschätzung, in welchem Maße der Patient beispielsweise von einer Aufgabe des Rauchens oder von einer Senkung erhöhter Blutcholesterinwerte profitieren wird.



Professor Assmann hat nun diese einfache Berechnung mit moderner Mehrschicht-CT-Technologie von Siemens Medical Solutions kombiniert, um die Identifikation und Klassifizierung von Hochrisikopatienten deutlich zu verbessern. Mehrschicht-CT-Untersuchungen des Herzens können Verengungen und Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen schon in einem frühen Stadium – sehr oft vor dem Auftritt von Beschwerden – nicht-invasiv darstellen und ermöglichen so eine baldige und zielgerichtete Behandlung von Hochrisikopatienten.

Mittels der Procam-Bewertung wird die Bevölkerung in drei Gruppen unterteilt, ausgehend davon, wie hoch das Risiko ist, innerhalb der nächsten zehn Jahre einen Herzinfarkt oder plötzlichen Herztod zu erleiden: Ein Zehn-Jahres-Risiko von über 20 Prozent wird als „hoch“ eingestuft und entspricht in etwa dem Herzinfarktrisiko eines Patienten mit bekannter Koronarsklerose. Zwischen zehn und 20 Prozent gilt als „mittleres“, weniger als zehn Prozent als „geringes bis mäßiges“ Risiko. Die International Task Force for Prevention of Coronary Heart Disease schlägt vor, dass sich Patienten mit geringem bis mäßigem Risiko alle zwei bis fünf Jahre Nachfolgeuntersuchungen mittels des Procam-Bewertungssystems unterziehen. Patienten mit hohem Herzinfarktrisiko bietet die kombinierte Nutzung von Procam-Rechner und Mehrschicht-CT der Herzkranzgefäße ein großes Potenzial für gezielte Vorsorgemaßnahmen: Neueste Untersuchungen der Universität Münster haben nämlich ergeben, dass über 80 Prozent aller Patienten mit hohem Herzinfarktrisiko kalzifizierte und nicht-kalzifizierte Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen aufweisen. Frühzeitige Diagnose durch das neue kombinierte Verfahren Procam-Rechner/ CT kann hier Risiken minimieren und Heilungschancen steigern.

Die Messung von Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen und die Bewertung der Anatomie des Herzens und der Herzkranzgefäße durch Mehrschicht-CT verbessert insbesondere die Einschätzung von Patienten der mittleren Risikogruppe. Dieses Vorgehen wird auch von der American Association for the Eradication of Heart Attack (Amerikanische Gesellschaft zur Bekämpfung des Herzinfarkts) vorgeschlagen. Werden nämlich bei einem Patienten der mittleren Risikogruppe kalziumreiche Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen gefunden, kann dies eine intensivere Behandlung – beispielsweise durch Medikamente – rechtfertigen. Auch Untersuchungen nach erfolgter medikamentöser Behandlung können mittels Mehrschicht-CT risikolos und preiswert durchgeführt werden.

Anja Süssner | Siemens AG
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de

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