Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Procam-Rechner kombiniert mit Computertomographie verbessert die Kalkulation eines Herzinfarktrisikos

20.08.2004


Frühzeitige Risikoabschätzung und Planung der Behandlungsstrategie möglich


Zusammen mit der International Task Force for Prevention of Coronary Heart Disease (Internationale Arbeitsgruppe für die Prävention koronarer Herzkrankheit) stellt Siemens Medical Solutions ein neues Verfahren zur Berechnung des Herzinfarktrisikos eines Patienten vor. Bestehend aus der kombinierten Nutzung des „Prospective Cardiovascular Muenster“ (PROCAM)-Rechners und einer Mehrschicht-Computertomographie (CT) des Herzens verbessert es deutlich die Identifikation von Hochrisikopatienten.

Wissenschaftler unter der Führung von Professor Dr. Gerd Assmann am Institut für Arterioskleroseforschung der Universität Münster haben ein Punkteschema (Procam- Rechner) entwickelt, mit dessen Hilfe jeder Arzt das Herzinfarktrisiko seiner Patienten auf sehr einfache Weise berechnen kann. Der Rechner berücksichtigt die Risikofaktoren Alter, Geschlecht, Blutfette, Blutdruck, Herzinfarkt in der Familie, Rauchen und Diabetes. Er erlaubt neben der Berechnung des Ausgangsrisikos auch eine Abschätzung, in welchem Maße der Patient beispielsweise von einer Aufgabe des Rauchens oder von einer Senkung erhöhter Blutcholesterinwerte profitieren wird.


Professor Assmann hat nun diese einfache Berechnung mit moderner Mehrschicht-CTTechnologie von Siemens Medical Solutions kombiniert, um die Identifikation und Klassifizierung von Hochrisikopatienten deutlich zu verbessern. Mehrschicht-CTUntersuchungen des Herzens können Verengungen und Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen schon in einem frühen Stadium – sehr oft vor dem Auftritt von Beschwerden – nicht-invasiv darstellen und ermöglichen so eine baldige und zielgerichtete Behandlung von Hochrisikopatienten.

Mittels der Procam-Bewertung wird die Bevölkerung in drei Gruppen unterteilt, ausgehend davon, wie hoch das Risiko ist, innerhalb der nächsten zehn Jahre einen Herzinfarkt oder plötzlichen Herztod zu erleiden: Ein Zehn-Jahres-Risiko von über 20 Prozent wird als „hoch“ eingestuft und entspricht in etwa dem Herzinfarktrisiko eines Patienten mit bekannter Koronarsklerose. Zwischen zehn und 20 Prozent gilt als „mittleres“, weniger als zehn Prozent als „geringes bis mäßiges“ Risiko. Die International Task Force for Prevention of Coronary Heart Disease schlägt vor, dass sich Patienten mit geringem bis mäßigem Risiko alle zwei bis fünf Jahre Nachfolgeuntersuchungen mittels des Procam-Bewertungssystems unterziehen. Patienten mit hohem Herzinfarktrisiko bietet die kombinierte Nutzung von Procam-Rechner und Mehrschicht-CT der Herzkranzgefäße ein großes Potenzial für gezielte Vorsorgemaßnahmen: Neueste Untersuchungen der Universität Münster haben nämlich ergeben, dass über 80 Prozent aller Patienten mit hohem Herzinfarktrisiko kalzifizierte und nicht-kalzifizierte Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen aufweisen. Frühzeitige Diagnose durch das neue kombinierte Verfahren Procam-Rechner/ CT kann hier Risiken minimieren und Heilungschancen steigern.

Die Messung von Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen und die Bewertung der Anatomie des Herzens und der Herzkranzgefäße durch Mehrschicht-CT verbessert insbesondere die Einschätzung von Patienten der mittleren Risikogruppe. Dieses Vorgehen wird auch von der American Association for the Eradication of Heart Attack (Amerikanische Gesellschaft zur Bekämpfung des Herzinfarkts) vorgeschlagen. Werden nämlich bei einem Patienten der mittleren Risikogruppe kalziumreiche Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen gefunden, kann dies eine intensivere Behandlung – beispielsweise durch Medikamente – rechtfertigen. Auch Untersuchungen nach erfolgter medikamentöser Behandlung können mittels Mehrschicht-CT risikolos und preiswert durchgeführt werden.

Beim diesjährigen Kongress der „European Society of Cardiology“ (Europäische Gesellschaft für Kardiologie; Neue Messe München, 28. August bis 1. September 2004) ist am Stand von Siemens Medical Solutions/Computertomographie (Halle B2, Stand 2200) das gemeinsam mit der International Task Force for Prevention of Coronary Heart Disease entwickelte Expertendokument „Combined Use of Multislice CT and the PROCAM Calculator for Stratification of Risk of Myocardial Infarction” (Kombinierte Nutzung von Mehrschicht-CT und PROCAM-Rechners zur Stratifizierung des Herzinfarktrisikos) erhältlich.

Holger Reim | Siemens AG
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com

Weitere Berichte zu: Herzinfarktrisiko Herzkranzgefäß Mehrschicht-CT

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie