Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tuberkulose: T-SPOT-Test zuverlässiger als Heaf-Test

13.08.2004


Weltweit zwei Mio. TB-Tote jährlich



Ein schneller, genauer Tuberkulose-Test soll die Infektionsraten reduzieren. Der T-SPOT-Test ist viel zuverlässiger als der Jahrzehnte alte Heaf-Test, hat eine Untersuchung an mehr als 4.000 Patienten ergeben. Der neue Test wurde von Forschern der Universität Oxford entwickelt und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem die WHO Tuberkulose zu einem weltweiten Notfall erklärt hat. Experten erwarten, dass die Neuentwicklung die TB-Fälle in wenigen Jahren reduzieren kann.



In Großbritannien treten jährlich 7.500 Fälle von TB auf, weltweit sind es etwa neun Mio. und zwei Mio. Betroffene sterben an der Krankheit. Sie ist zwar durch die Anwendung einer Reihe von Antibiotika heilbar, aber die Herausforderung besteht vor allem darin, die Infizierten zu identifizieren, bevor die Krankheit weiter fortschreitet. Wenn sie früh genug im latenten Stadium erkannt wird, wenn der Patient noch keine Symptome zeigt, kann sie mit einem Medikament anstatt mit vier behandelt werden und eine Übertragung auf andere Personen kann verhindert werden. Menschen mit akuter Tuberkulose in der Lunge können bis zu 15 andere durch Husten, Schnäuzen oder Sprechen anstecken.

Der traditionelle TB-Test, bekannt als Heaf-Test, hat mehrere Nachteile. Es dauert drei bis fünf Tage, bis ein Ergebnis vorliegt. Außerdem kann es zu einem falschen positiven Ergebnis kommen, wenn die Untersuchten gegen Tuberkulose geimpft wurden, oder ähnlichen Typen von Mikroben ausgesetzt waren. Die Experten gehen davon aus, dass die Hälfte der Menschen, die gegen Tuberkulose behandelt wird, die Krankheit gar nicht hat. Andererseits versagt der Test bei der Hälfte der Patienten mit latenter Tuberkulose. Falsche negative Ergebnisse treten oft bei Individuen mit einem geschwächten Immunsystem auf, beispielsweise jungen Babys, HIV-Infizierten, Transplantationspatienten, älteren Menschen oder Obdachlosen.

Dagegen produziert der T-SPOT-Test viel weniger falsche Ergebnisse und ist auch bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem zuverlässig. Er basiert auf einer Analyse von Blutproben auf die Präsenz von Immunzellen, die durch ein Protein aktiviert werden, das vom TB-Bakterium produziert wird. Es ist lediglich eine Standard-Blutprobe notwendig und die Ergebnisse des Tests sind bereits am nächsten Tag verfügbar. Ajit Lalvani, der den Vergleich der beiden Tests durchgeführt hat, bezeichnet den neuen als schnell, genau und zweckmäßig. Obwohl er teurer ist als der alte, würde er nach Ansicht von Experten die höheren Kosten, die bei der Behandlung auftreten, wettmachen.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ox.ac.uk
http://www.who.int/en

Weitere Berichte zu: Immunsystem T-SPOT-Test Tuberkulose

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome
28.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Die bestmögliche Behandlung bei Hirntumor-Erkrankungen
28.03.2017 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit

Antibiotikaresistenz zeigt sich durch Leuchten

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie