Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Berauschend und gefährlich - Kava-Kava-Allergie

02.08.2004


Wenngleich im Juni 2002 - nach der Meldung an das Bundesinstitut für Arzneimittel- und Medizinprodukte von zahlreichen und zum Teil schwersten Leberschädigungen - in Deutschland der Vertrieb von Kava-haltigen Medizinprodukten verboten wurde, stellen sich in deutschen Praxen und Kliniken nach wie vor Patienten vor, bei denen eine Kava-Kava-Allergie diagnostiziert wird. Durch Auslandreisen und vor allem den Internet-Versand sind diese Produkte leicht zugänglich.



Die psychoaktive Wirkung von Kava (Piper methysticum) ist auf den Südseeinseln bereits seit Jahrtausenden bekannt. Dort wird aus dem getrockneten Wurzelstock mit Wasser oder Kokosmilch ein berauschendes Getränk zubereitet, das bei zeremoniellen Handlungen und sozialen Ereignissen Verwendung findet. In Europa und den USA erfreuen sich Kava-Extrakte (meist Kava-Kava genannt) als pflanzliches Beruhigungsmittel großer Beliebtheit. Kava enthält unterschiedliche Kavapyrone, denen angstlösende, beruhigende und schmerzstillende Wirkungen nachgesagt werden.

... mehr zu:
»Kava-Kava-Allergie


Eine bekannte Nebenwirkung des häufigen Kava-Konsums auf den Südseeinseln ist die Kava-Dermatose. Hierbei kommt es zur großflächigen, schuppenartigen Verhornung der Haut (Ichthyosis), Verdickungen der Hornschicht (Hyperkeratosen) und Bindehautentzündungen (Konjunktivitis). Sie gilt als Statussymbol, da die häufige Teilnahme an Kava-Zeremonien nur Priestern und hochgestellten Persönlichkeiten möglich ist. Die Pathogenese dieser Erkrankung ist bisher unbekannt. Als mögliche Ursachen werden eine Ansammlung der pflanzlichen Flavopigmente der Kava-Laktone, eine chronische allergische Dermatitis, eine persistierende Lichtreaktion sowie eine Störung des Cholesterolmetabolismus diskutiert.

Der Gebrauch von Kava-Extrakten in Europa und auch in den USA ist in den letzten Jahren stark in die Kritik geraten, da in mehreren Fällen schwere und zum Teil tödliche Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Einnahme von Kava-haltigen Extrakten aufgetreten sind. Diese drückt sich meist in stark juckenden Exanthemen aus, die sich vom Gesicht auf den Hals und den Stamm ausbreiteten. Ein hämatogenes allergisches Kontaktekzem nach Einnahme von Kava ist eine seltene, aber schwere Nebenwirkung, die meist nach kurzer Einnahmezeit auftritt. Das wichtigste diagnostische Verfahren bei Verdacht auf ein allergisches Kontaktekzem durch Kava ist der Epikutantest. Nach Beendigung des Kava-Konsums und mehrtägiger Behandlung mit Kortison kommt es zu einer schnellen Besserung des Hautbefunds und einer vollständigen Abheilung nach etwa vier Wochen.

S. Nicole Bongard | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenchen.de

Weitere Berichte zu: Kava-Kava-Allergie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblick ins geschlossene Enzym

26.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Laser – World of Photonics: Offene und flexible Montageplattform für optische Systeme

26.06.2017 | Messenachrichten

Biophotonische Innovationen auf der LASER World of PHOTONICS 2017

26.06.2017 | Messenachrichten