Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Computerunterstütze Früherkennung von Melanomen

22.07.2004


Grazer Forscher entwickeln Muttermal-Screening mit hoher Trefferquote



Ein Experten-Team der Medizinischen Universität Graz hat ein Verfahren mit digitaler Bildverarbeitung für eine vereinfachte Früherkennung von Hautkrebs (Melanomen) entwickelt. In einer automatischen Analyse können bösartige Fälle mittels Computer von gutartigen unterschieden werden. Damit steht Patienten erstmals ein Verfahren zur Verfügung, das auf einer objektiven Wertung der Beurteilungen "gutartig" und "bösartig" basiert. Vorsorgeuntersuchungen werden schneller durchgeführt und die Früherkennung wird optimiert, berichtet die Universität Graz.

... mehr zu:
»Melanom »Muttermal


Das Screening-Verfahren, das unter der Leitung von Josef Smolle, Facharzt an der Universitätsklinik für Dermatologie, und Marco Wiltgen, Experte für medizinische Bildverarbeitung am Institut für Medizinisches Informatik, Statistik und Dokumentation, entwickelt wurde, ermöglicht eine objektive Bewertung von gut- und bösartigen Pigmenttumoren, da sich diese Fälle bei der mikroskopischen Aufnahme im Erscheinungsbild unterscheiden. Damit soll vor allem die Früherkennung verbessert werden, denn sie ist ein wesentlicher Faktor in der Heilung eines Melanoms. Melanome zählen heute zu den häufigsten Krebserkrankungen. Derzeit liegt das lebenslange Risiko, an einem Melanom zu erkranken, bei 1:100. Besonders gefährdet sind hellhäutige oder rothaarige Personen mit vielen Muttermalen sowie Menschen, die wiederholt Sonnenbrände, insbesondere in der Kindheit, erlitten haben. Die Mediziner streben ein weitgehendes Screening insbesondere gefährdeter Risikotypen an.

"Dieses Verfahren, das weltweit nur in Graz angewandt wird, hat sich bisher in wissenschaftlichen Vergleichsstudien bestens bewährt. Nicht nur, dass die Analyse nach objektiven Bewertungskriterien erfolgt, sind die Ergebnisse zu beinahe 100 Prozent zuverlässig bei gleichzeitig verkürztem Diagnoseprozess", so Smolle. "Durch den enormen Fortschritt in der digitalen Bildverarbeitung kamen wir zu den Überlegungen, Muttermale digital zu erfassen und anhand einwandfreier, objektiver Kriterien zu analysieren", erläutert Wiltgen die grundsätzlichen Überlegungen, die zu dem neuen Verfahrensansatz führten.

Das Muttermal wird entfernt, speziell präpariert und anschließend gefärbt und mit einer Digitalkamera direkt vom Mikroskop aufgenommen. In der Auswertung unterscheiden sich die gutartigen von den bösartigen Melanomen in ihrem Erscheinungsbild. Bei gutartigen Nävi ist das Gewebe homogen blassrosa, die Zellkerne sind klein und liegen weit auseinander. Das Gewebe ist oft von Bindegewebsfasern durchzogen. Fallweise sind Haarwurzeln und Blutgefäße vorhanden. Die bösartigen Melanome sind dunkler und wesentlich strukturreicher. Die Zellkerne liegen dichter beisammen.

Die Grazer Forscher arbeiten nun an der Analyse von Muttermalen per Laserscan-Mikroskopie. Neben einer schnellen Auswertung und einer guten Kontrolle für eventuelle weitere Veränderungen profitieren vor allem die Patienten von dieser neuen Methode: da die Muttermale nicht mehr entfernt werden müssen, sondern direkt in der Haut gescannt werden, ist die seelische und körperliche Belastung für die Patienten nahezu bedeutungslos. Von 100 bis 200 untersuchten Muttermalen erweist sich nur eines als Melanom.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.meduni-graz.at

Weitere Berichte zu: Melanom Muttermal

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz im Kampf gegen Prostatakrebs entdeckt
24.05.2018 | Universität Bern

nachricht Die neue Achillesferse von Blutkrebs
22.05.2018 | Ludwig Boltzmann Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was einen guten Katalysator ausmacht

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Superkondensatoren aus Holzbestandteilen

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Schaltschrank-Plattform für die Energiewelt

24.05.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics