Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fischverzehr schützt vor Herzrhythmusstörungen

22.07.2004


Omega-3 Fettsäuren hemmen die Blutgerinnung



Der Genuss von Fisch kann das Risiko eines abnormalen Herzschlags reduzieren, haben Forscher um Dariush Mozaffarian an der Harvard Medical School in Boston herausgefunden. Menschen, die ein- bis viermal pro Woche "guten" öligen Fisch essen, reduzierten das Phänomen des Vorhofflimmerns um fast ein Drittel.



Vorhofflimmern ist ein abnormaler Herzrhythmus, bei dem die oberen zwei Kammern des Herzens schneller als normal schlagen. Das kann unangenehmes Herzklopfen sowie Atemlosigkeit verursachen. Das Blut wird nicht aus dem Herz gepumpt und ist in Gefahr zu gerinnen. Wenn ein solches Blutgerinnsel das Herz verlässt, kann es sich in einer Arterie im Hirn ablagern und einen Schlaganfall auslösen.

Öliger Fisch ist bekannt dafür, gut fürs Herz zu sein. Er versorgt den Organismus mit Omega-3 mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die einen Schutz vor Herzinfarkt darstellen. Diese kommen hauptsächlich in öligen Fischsorten wie Hering, Bückling, Makrele, Sardine, Lachs, Tunfisch, Forelle und Anchovis vor, ebenso in grünem Blattgemüse. Omega-3 Fettsäuren reduzieren die Klebrigkeit des Bluts, verhindern eine Gerinnung und bewahren das Herz vor einem irregulären Rhythmus. Laut Mozaffarian hat bisher noch niemand einen direkten Zusammenhang zwischen Fischkonsum und Herzflimmern untersucht.

Der Forscher und seine Kollegen untersuchten fast 5.000 Menschen über 65. Sie beobachteten deren Essverhalten über ein Jahr und folgten ihnen weitere zwölf Jahre, um zu sehen wer ein Vorhofflimmern entwickelte. Es traten 980 Fälle der Herzrhythmusstörung auf. So entdeckten die Wissenschaftler den Zusammenhang mit dem Fischkonsum. Jene Menschen, die mehr gegrillten oder gebackenen Fisch aßen, waren weniger von einer derartigen Erkrankung bedroht. Wer diese Sorten von Fisch ein- bis viermal pro Woche aß, hatte ein 28 Prozent niedrigeres Risiko ein Herzflimmern zu entwickeln im Vergleich zu denjenigen, die Fisch seltener als einmal im Monat aßen. Mehr als fünf Portionen pro Woche reduzierten die Anfälligkeit um 31 Prozent. Allerdings bot der Verzehr von Bratfisch oder Fischburgern nicht den gleichen Schutz. Laut Mozzafarian ist der Kochvorgang für die Wirkung der Omega-3-Säuren entscheidend. Grundsätzlich empfiehlt er jedoch älteren Menschen den regelmäßigen Verzehr von Fisch.

Belinda Linden von der Britischen Herz Foundation gab zu bedenken, dass sieben von zehn Briten nicht auf die empfohlene Dosis von Fisch kommen. "Eine ausgewogene Diät, die arm an Salz und gesättigten Fetten ist, dafür aber Fisch und reichlich Früchte und Gemüse enthält, reduziert das Risiko einen Herzinfarkt zu entwickeln signifikant." Aber der ölige Fisch enthält auch ungesunde Bestandteile. Dementsprechend empfehlen die Mediziner den Verzehr von ein bis vier Portionen der genannten Fischsorten pro Woche, während sich Frauen im gebärfähigen Alter an ein Maximum von zwei Portionen halten sollten.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://hms.harvard.edu/hms/home.asp
http://www.bhf.org.uk

Weitere Berichte zu: Fettsäure Herzrhythmusstörung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

17.01.2017 | Physik Astronomie

Wasser - der heimliche Treiber des Kohlenstoffkreislaufs?

17.01.2017 | Geowissenschaften

Kieselalge in der Antarktis liest je nach Umweltbedingungen verschiedene Varianten seiner Gene ab

17.01.2017 | Biowissenschaften Chemie