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AIDS-Eskalation in Asien

13.07.2004


Entwicklung der Epidemie unterschiedlich zu Afrika



In Asien verbreitet sich eine massive AIDS-Epidemie, die von vielen Regierungen nicht wirklich registriert wird. Wissenschaftler fordern die Regierungen auf, die Anstrengungen hinsichtlich Prävention und Behandlung durch die Bereitstellung von sterilen Nadeln, Kondomen und antiretroviralen Medikamenten zu verstärken. Im Rahmen der 15. Internationalen AIDS-Konferenz in Bangkok hat Peter Piot, Direktor der AIDS-Programms der Vereinten Nationen, gefordert: "Diese Konferenz muss ein Weckruf für die asiatischen Führer sein."

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Geschätzte 7,2 Mio. Menschen in Asien leben schon mit HIV. Im Gegensatz zu Afrika, wo die Krankheit auf die allgemeine Bevölkerung übergesprungen ist, wird die Epidemie in Asien vor allem durch die Verwendung intravenöser Drogen, Prostitution und homosexuelle Kontakte vorangetrieben. Experten vermuten, dass die Infektionen in Asien einen langsamen, aber konstanten Verlauf nehmen werden. Obwohl viele asiatische Länder niedrige Infektionsraten haben, bedeuten ihre hohen Bevölkerungszahlen, dass Mio. von Menschen infiziert sind. Beispielsweise gibt es in Indien eine Präsenz von HIV-Infektionen von 0,9 Prozent, was einem Zwanzigstel von Südafrika entspricht, aber mit 5,1 Mio. infizierten Menschen kommt Indien Südafrika mit seinen 5,3 Mio. Betroffenen schon sehr nahe.

Die Epidemie ist in Asien auf manche Weise noch gefährlicher, weil die niedrigen Infektionsraten bedeuten, dass die Krankheit "unter dem Radar von Regierungen fliegt". Außerdem ist in vielen asiatischen Ländern ein größeres Stigma mit AIDS und Sex verbunden als in Afrika. Hinzu kommt eine miserable Gesundheitsversorgung. Zum Beispiel kommt in Vietnam ein Arzt auf 11.250 HIV-Infizierte, China hat 200 ausgebildete Ärzte für 840.000 Infizierte. 27 Unternehmen produzieren in Asien Generika von antiretroviralen Medikamenten, doch von den 1,3 Mio. Asiaten, die die Präparate benötigen, haben nur sieben Prozent Zugang zu ihnen.

Computeranalysen sagen eine schnelle Ausbreitung von HIV in Ländern vorher, wo mehr als 20 Prozent der Männer Prostituierte aufsuchen. Die Experten hoffen aber, dass eine frühere Intervention die Epidemie in Asien noch in ihren Anfängen aufhalten könnte. Thailand, das einen frühen und schnellen Anstieg an Neuinfektionen in den 1980ern miterlebte, hat unter den Prostituierten die Verwendung von Kondomen um 90 Prozent steigern und die Zahl an Männern, die sie besuchen, halbieren können. Als Ergebnis fiel die Zahl der positiv auf HIV-Getesteten von 142.819 im Jahr 1991 auf 21.260 in diesem Jahr. Laut Piot gibt es keinen Zweifel, welche Maßnahmen im Kampf gegen die Epidemie ergriffen werden müssen, es bleibe nur offen, ob die Regierungen und Bevölkerungen Asiens den Mut dazu haben. Bei der aktuellen Konferenz waren die Führer Asiens weitgehend abwesend.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.unaids.org

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