Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schärfer Sehen durch Behandlung mit dem Laser

05.07.2004


LASIK: Ein Läppchen von der Hornhautoberfläche wird geschnitten und aufgeklappt; dann werden tiefe Schichten der Hornhaut mit einem Laser behandelt. Danach wird das Läppchen zurückgeklappt. / Quelle: Universitäts-Augenklinik Heidelberg.


Universitäts-Augenklinik Heidelberg bietet maßgeschneiderte Behandlung der Fehlsichtigkeit an / Neue Homepage und Informationsabend am 13. Juli 2004


Brille oder Kontaktlinse? Für kurz- oder weitsichtige Menschen, die ihrer Sehhilfen überdrüssig sind, gibt es alternativ z.B. die sogenannte "refraktive" Hornhautchirurgie. Millimeter-genaue Eingriffe an der Hornhaut korrigieren die Brechkraft (Refraktion) des Auges. Der Einsatz von Kunststofflinsen ist eine weitere Behandlungsoption für ältere fehlsichtige Patienten.

Die Universitäts-Augenklinik Heidelberg bietet die Behandlung der Fehlsichtigkeit seit mehreren Jahren an. Unter www.lasik-hd.de hat die Klinik jetzt eine Homepage eingerichtet, die über ihre Behandlungsangebote zur Fehlsichtigkeit informiert. Am 13. Juli um 18 Uhr veranstaltet sie einen Informationsabend in der Kopfklinik, Im Neuenheimer Feld 400.


"Die Refraktive Hornhautchirurgie gehört mittlerweile zum akzeptierten Behandlungsspektrum der meisten Universitätskliniken und birgt bei gezieltem Einsatz sehr geringe Risiken", erklärt Privatdozent Dr. Gerd Auffarth, Leitender Oberarzt an der Heidelberger Klinik. Noch vor 20 Jahren war die Behandlung der gesunden Hornhaut von den Augenärzten skeptisch beurteilt worden. Eine enge Qualitätskontrolle sowie begleitende Forschungsprojekte haben die Sicherheit der Verfahren erhöht und wesentlich zu ihrer ständigen Verbesserung beigetragen.

Wenn der Augapfel zu kurz (Weitsichtigkeit) oder zu lang (Kurzsichtigkeit) ist, kann kein scharfes Bild auf der Netzhaut entstehen. Speziell geschliffene Brillengläser streuen oder sammeln die Lichtstrahlen auf der Netzhaut. Die refraktive Chirurgie sorgt für denselben Effekt: Sie ändert den Krümmungsradius der Hornhaut.

Laserbehandlung verändert die Hornhautkrümmung

"Wir bieten drei verschiedene ambulante Laserbehandlungen an", berichtet Dr. Mike Holzer, der im Team von Dr. Auffarth arbeitet und Erfahrungen mit der refraktiven Chirurgie in einem mehrjährigen Forschungsaufenthalt in den USA gesammelt hat. Das am häufigsten angewandte Verfahren ist LASIK, die sogenannte "LASer In situ Keratomileusis". Dabei wird ein Läppchen von der Hornhautoberfläche geschnitten und aufgeklappt; dann werden tiefe Schichten der Hornhaut mit einem Laser behandelt. Die minutiös veränderte Krümmung gleicht die Fehlsicht aus. Danach wird das Läppchen zurückgeklappt und kann innerhalb weniger Tage einheilen.

LASIK wird zur Korrektur der Kurzsichtigkeit bis ca. -9 Dioptrien, der Weitsichtigkeit bis ca. +3 und der Stabsichtigkeit bis ca. -3 Dioptrien eingesetzt. "Meist können die Patienten innerhalb weniger Tage scharf sehen", erklärt Dr. Holzer. Der Eingriff ist irreversibel, Nachbesserungen sind jedoch möglich.

Bei der LASEK "LASer Epithelial Keratomileusis" wird die Laserbehandlung unmittelbar an der Hornhautoberfläche vorgenommen, ohne zuvor ein Läppchen abzutragen. Allerdings wird die oberste Zellschicht erhalten. Die Erholung der Sehkraft dauert einige Wochen; der Wundschmerz kann stärker als bei der LASIK sein, ist jedoch durch Medikamente beherrschbar. Die LASEK wird zur Korrektur der Kurzsichtigkeit bis 6 Dioptrien, der Weitsichtigkeit bis +3 und der Stabsichtigkeit bis -3 Dioptrien angewandt. Die obersten Zellschicht greift die älteste Methode der refraktiven Chirurgie an, die PhotoRefraktive Keratektomie (PRK), die seit 1986 praktiziert wird.

Korrekturen nur bei Erwachsenen am ausgewachsenen Auge

"Je nach Dicke und Beschaffenheit der Hornhaut und Stärke des Sehfehlers können wir dem Patienten das für ihn geeignete Verfahren anbieten", erklärt Dr. Auffarth. Allerdings muss bei einer Voruntersuchung genau geklärt werden, ob der Eingriff mit einem nicht vertretbaren Risiko, etwa durch eine andere bestehende Augenerkrankung, verbunden wäre. Die Laser-Korrekturen werden frühestens ab 18 Jahren vorgenommen, und dann nur, wenn sich die Brechkraft des Auges in den letzten zwei Jahren nicht mehr verändert hat.

Sollte eine Behandlung der Hornhaut nicht möglich sein, so kann alternativ - zusätzlich zur eigenen Linse - eine ("phake") Kunststoff-Linse in die Augenvorderkammer implantiert werden, die den Sehfehler ausgleicht. Als weitere Alternative besteht die Möglichkeit eines sogenannten "Refractive Lens Exchange": Die eigene Linse wird entfernt und durch eine Kunstlinse mit optimaler Brechkraft ersetzt. Dabei handelt es sich prinzipiell um eine vorgezogene Operationen des grauen Stars (Linsentrübung im Alter), die bei vielen Menschen über 60-70 Jahren ohnehin erforderlich ist.

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.lasik-hd.de
http://www.med.uni-heidelberg.de/aktuelles

Weitere Berichte zu: Chirurgie Dioptrien Fehlsichtigkeit Kurzsichtigkeit Laser Weitsichtigkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Proteomik hilft den Einfluss genetischer Variationen zu verstehen
27.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE