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US-Forscher will Menopause ausschalten

02.07.2004


Gen reguliert Aktivität der Stammzellen

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»Menopause »Stammzelle

Jonathan Tilly von der Harvard Medical School in Boston hat erstmals Zellen, die fähig sind neue Eier zu produzieren, von den Eierstöcken von Mäusen isolieren können. Diese Neuigkeit untermauert die frühere Theorie, dass die Eierstöcke von Säugetieren das ganze Leben lang Eier produzieren können, und widerlegt das Dogma, dass Frauen mit einer begrenzten Zufuhr geboren werden. Tilly hat seine Erkenntnisse im Rahmen der Konferenz der Europäischen Gesellschaft für menschliche Reproduktion und Embryologie in Berlin veröffentlicht.

Der Forscher konnte ein Molekül identifizieren, das die Aktivität dieser Zellen ankurbelt und bewirkt, dass die Mäuse zweimal so viele Ei-Follikel entwickeln wie normal. Wenn das auch bei Menschen funktioniert, könnte eine solche Chemikalie eine revolutionäre Behandlungsmethode für Frauen mit einer niedrigen Eierzahl darstellen, beispielsweise für Krebspatientinnen oder jenen, die sich der Menopause nähern.


Zunächst deutete Tilly an, dass erwachsene Mäuse immer neue Eier produzieren könnten, weil er beobachtet hatte, dass Stammzellen potenziell fähig waren, in den Eierstöcken erwachsener Mäuse neue Eier zu produzieren. Er war aber nicht in der Lage, diese Zellen zu isolieren, daher konnten die Kritiker nicht überzeugt werden. Nun gelang es ihm jedoch, die Zellen zu isolieren und zu zeigen, dass sie Markierungsgene aufweisen, die für Stammzellen charakteristisch sind, sich zu Eiern zu entwickeln. Obwohl er seine Methode nicht offen legen will, behauptet er, er habe 150 bis 200 solcher Zellen von einem einzelnen Eierstock einer Maus bekommen.
Tilly hat damit begonnen, die Zellen zu charakterisieren. Er identifizierte ein Gen, das die Aktivität der Stammzellen zu regulieren scheint. Als er das Gen blockierte, produzierten die Mäuse 40 Prozent mehr Follikel in ihren Eierstöcken. Zusätzlich hat er ein Molekül identifiziert, das er GSA8 nennt, das einen ähnlichen Effekt hat. Tilly will die Identität von GSA8 nicht preisgeben, sagte aber auf der Konferenz, dass, als er es weiblichen Mäusen kurz vor ihrer Pubertät injizierte, diese später fast doppelt so viele Follikel produzierten. Der Forscher glaubt, dass der gleiche Mechanismus auch beim Menschen funktionieren könnte. Um diese Theorie zu untermauern, führt er weibliche Fliegen, Fische, Vögel und nun auch Mäuse an, die ihr ganzes Leben neue Eier entwickeln können. Daher sei es unwahrscheinlich, dass es beim Menschen Unterschiede gibt.

Marietta Gross | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://hms.harvard.edu/hms/home.asp
http://www.eshre.com

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