Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chronische Darmentzündung - neuseeländische Forscher entdecken neue Risikofaktoren

01.07.2004


Wissenschaftler University of Otago haben Beweise für neue Risikofaktoren gefunden, die mit chronischen Darmentzündungen (Inflammatory Bowel Disease - IBD) in Verbindung gebracht werden.

... mehr zu:
»Darmentzündung »IBD »Morbus Crohn

Dr. Richard Gearry, Gastroenterologe an der zur University of Otago gehörenden Christchurch School of Medicine and Health Sciences, hat eine Studie mit Patienten, die an IBD leiden, durchgeführt. "Bei einer Untersuchung von 400 Patienten mit Morbus Crohn, einem speziellen Typ von IBD, hat sich gezeigt, dass Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft rauchen, ein zweifach erhöhtes Risiko tragen, an IBD zu erkranken", sagt Dr. Gearry. "Wenn eine Mutter allerdings stillt, verringert dies die Erkrankungsgefahr des Kindes um 50 Prozent. Je länger sie stillt, desto kleiner wird das Risiko des Kindes, an Morbus Crohn zu erkranken. Dies könnte an den schützenden Bakterien liegen, die ein Kind mit der Muttermilch aufnimmt."

IBD ist eine unheilbare chronische Erkrankung, die normalerweise im Alter von 15 bis 35 Jahren ausbricht und in der westlichen Welt zunehmend verbreitet ist. Typische Beschwerden sind vor allem Durchfall, Bauchschmerzen, Gewichtsverlust und Darmblutungen. Viele Betroffene müssen mehrfach operiert werden. Warum die Zahl der Krankheitsfälle in Industrieländern stetig zunimmt, ist bisher nicht bekannt. Dr. Gearry möchte in seiner Studie die spezifischen genetischen, umweltbedingten und immunologischen Faktoren bestimmen, die IBD auslösen.


Durch andere Studien wurden bereits einige Risikofaktoren, die mit Morbus Crohn in Zusammenhang stehen, identifiziert. Diese Untersuchungen fanden allerdings in einem wesentlich kleineren Rahmen statt und betrachteten nicht alle Betroffenen einer bestimmten Region, daher sind die Aussagen nicht endgültig. Es gibt noch immer viele ungeklärte Fragen. Das Canterbury IBD Projekt ist sowohl national als auch international von großem Nutzen. Es wird eine eindeutigere Bestimmung von Faktoren zulassen, die mit einem vermehrten oder verminderten Auftreten von IBD in Verbindung stehen. Darüber hinaus wird das Projekt große Fortschritte in der Prävention, Diagnose und Behandlung dieser Krankheit ermöglichen. Dies ist umso wichtiger, da IBD noch immer unheilbar ist und bislang nur die Symptome behandelt werden können, was langfristig große Kosten verursacht.

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de
http://www.cdhb.govt.nz

Weitere Berichte zu: Darmentzündung IBD Morbus Crohn

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie