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Vitaminpräparate verzögern HIV-Krankheitsverlauf

01.07.2004


Kostengünstige Alternative zu anti-retroviraler Therapie

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Vitamintabletten könnten den Fortschritt von HIV verzögern, behaupten US-amerikanische Ärzte. So könnte in den Entwicklungsländern der Umstieg auf teurere Medikamente aufgeschoben werden. Die Erkenntnis stammt von einer klinischen Studie an 1.080 schwangeren Frauen mit HIV in Tansania. Jene, die eine tägliche Dosis von Vitamin B, C und E über fünf Jahre lang schluckten, waren weniger gefährdet bis zum tatsächlichen Ausbruch von AIDS fortzuschreiten als die Vergleichsgruppe.

Wafaie Fawzi von der Harvard School of Public Health in Boston will HIV-Patienten in Entwicklungsländern diese Multivitaminpräparate im frühen Stadium der Krankheit verabreichen. Diese Therapie kostet etwa 15 Dollar pro Person und Jahr und stellt damit einen relativ billigen Weg dar, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Die Präparate könnten auch eine Verschlechterung im Krankheitsverlauf hinausschieben, wo die Patienten auf die anti-retrovirale Therapie gesetzt werden müssen, die zwar wirksamer ist, aber zwischen 300 und 400 Dollar pro Person und Jahr kostet. Üblicherweise werden den Patienten die anti-retroviralen Medikamente nicht verabreicht, bevor sich die Krankheit nicht verschlechtert, weil sie starke Nebenwirkungen haben.


Laut Lynne Mofenson, die HIV bei Müttern und Kindern am National Institute of Child Health and Human Development in Rockville, Maryland, untersucht, sind die Multivitamine jedoch kein Ersatz für die anti-retrovirale Behandlung. Es gibt Anstrengungen, den Zugang von Betroffenen zu anti-retroviralen Medikamenten zu verbessern. Aber aufgrund des Preises und der Schwierigkeiten bei der Verabreichung in den Entwicklungsländern erhalten nur acht Prozent der sechs Mio. Patienten weltweit, die diese Therapie benötigen würden, eine entsprechende Behandlung.

Die Präparate haben scheinbar einen großen Einfluss auf HIV in den Entwicklungsländern, wo Unterernährung weit verbreitet ist. Ob auch Patienten in den Industriestaaten davon profitieren würden, die ja meistens ausgewogene Diäten einhalten, kann noch nicht abgeschätzt werden, ebenso wenig, ob die Vitaminpillen die gleiche Wirkung auf Männer haben wie auf Frauen. Die Experten wissen nicht genau, wie die Vitamine bei der Bekämpfung der Erkrankung helfen, obwohl die Studie zeigt, dass sie die Zahl der Immunzellen drastisch erhöhen. Eine beliebte Erklärung ist, dass sie die Vitamindefizite ausgleichen und die Aktivitäten des Immunsystems erhöhen.

Umstritten ist auch, ob die Multivitamine auch für die Abwehr anderer Krankheiten wichtig sind. Außerdem haben die Forscher herausgefunden, dass der Zusatz eines Vitamin A Präparats die vorteiligen Effekte einschränkt. Also ist Vorsicht geboten, um nichts zu verschlechtern.

| Harvard School of Public Health
Weitere Informationen:
http://www.hsph.harvard.edu
http://www.nichd.nih.gov

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