Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biologische Unterschiede bei akuter myeloischer Leukämie

30.06.2004


Biologische Unterschiede bei akuter myeloischer Leukämie


Abgrenzung von Untergruppen der AML


Zu den wichtigsten Merkmalen der häufigsten Form des akuten Blutkrebses beim Erwachsenen, der akuten myeloischen Leukämie (AML), zählen Veränderungen der Erbträger (Chromosomen) in den Leukämiezellen. Allerdings können mit den herkömmlichen Verfahren bei etwa der Hälfte aller jüngeren AML-Patienten keine derartigen Veränderungen nachgewiesen werden. Neuere Untersuchungen deuten darauf hin, daß sich Patienten ohne Chromosomenveränderungen hinsichtlich der biologischen Merkmale ihrer Erkrankung zum Teil erheblich voneinander unterscheiden und daß bestimmte Unterschiede eine Vorhersage des Erkrankungsverlaufs ermöglichen.

Dr. med. Stefan Fröhling und seiner Arbeitsgruppe in der Abteilung Innere Medizin III (Hämatologie, Onkologie, Rheumatologie und Infektionskrankheiten; Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Hartmut Döhner) gelang anhand der Analyse von drei Genen mit Hilfe moderner molekularbiologischer Methoden bei mehr als 200 einheitlich behandelten AML-Patienten ohne Chromosomenveränderungen im Alter von 16 bis 60 Jahren die Abgrenzung von Untergruppen, die hinsichtlich des Verlaufs der Erkrankung große Unterschiede aufwiesen. So konnten sowohl Patienten identifiziert werden, die trotz einer intensiven Behandlung rasch einen Rückfall ihrer Erkrankung erlitten, als auch Patienten mit guten Aussichten auf dauerhafte Heilung.


Die Ergebnisse der Studie von Dr. Fröhling verdeutlichen, daß genetische Untersuchungen die Auswahl einer an das individuelle Risiko eines Patienten angepaßten Leukämiebehandlung ermöglichen können. So erscheint es denkbar, Patienten mit bestimmten Veränderungen der Erbsubstanz der Leukämiezellen aggressiver zu behandeln (zum Beispiel mit einer Knochenmarktransplantation), während anderen Patienten gegebenenfalls weniger intensive Behandlungsformen angeboten werden können. Neben ihrer Bedeutung für die Vorhersage des Erkrankungsverlaufs gewährt die detaillierte genetische Untersuchung der Leukämiezellen auch Einblicke in die Mechanismen der Leukämieentstehung und liefert so Ansatzpunkte für die Entwicklung neuartiger Medikamente.

Fröhling erhält am 2. Juli den Franziska-Kolb-Preis zur Förderung der Leukämieforschung 2004, der anläßlich des Jahrestages der Universität Ulm verliehen wird. Der Preis ist mit 4.000 Euro dotiert.

Peter Pietschmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-ulm.de

Weitere Berichte zu: Leukämie Leukämiezelle Vorhersage

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Körperenergie als Stromquelle

22.08.2017 | Energie und Elektrotechnik

Ein Quantenlineal für Biomoleküle

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Prostatakrebs: Bluttest sagt Tumorresistenz vorher

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie