Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Natürlich koffeinfreier Kaffee entdeckt

24.06.2004


Alternative zu kostenintensiven Entkoffeinierungsverfahren



Forscher haben natürlich koffeinfreien Kaffe gefunden. Das erweckt die Hoffnung, eine billige, schmackhafte Alternative zu künstlich entkoffeinierten Kaffee hervorzubringen. Brasilianische Forscher züchteten 3.000 Äthiopische Kaffeepflanzen, um wenig koffeinhaltige Stämme zu produzieren. Sie fanden frei Büsche, die alle von derselben Pflanze stammten, die offenbar koffeinfrei waren und 15 Mal weniger Belebungsmittel enthielten als die handelsüblichen Stämme. Von dieser Entdeckung berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature.

... mehr zu:
»Koffein


Koffeinfreie Kaffeepflanzen waren schon früher entdeckt worden, frei wachsend in Madagaskar. Aber diese bringen minderwertige Bohnen hervor, die sich nicht für die Kaffeeproduktion eignen. Die brasilianischen Stauden gehören zu der Spezies Coffea arabica, der am meisten kultivierte und konsumierte Kaffee auf der Welt. "Zum ersten Mal hat jemand eine entkoffeinierte Version von Coffea arabica gefunden", sagt Paulo Mazzafera von der Universität Campinas, der an dem Projekt beteiligt war. Die Forscher nehmen an, dass es jenen Pflanzen an einem Gen fehlt, das ein Enzym zur Koffein-Produktion entwickelt.

Mehr als 10 Prozent des Kaffees wird weltweit koffeinfrei konsumiert wird. Gegenwärtig wird das Koffein vom Kaffe mittels kostenintensiver industrieller Prozesse abisoliert. Organische Lösungsmittel und Kohlendioxid werden verwendet, um die Bohnen vom Koffein zu reinigen, aber sie lösen gleichzeitig Geschmackskomponenten ab. Eine alternative Methode, bei der nicht soviel Geschmack verloren geht, ist, das Koffein mit einem Karbonfilter auszusieben, aber das ist noch viel teurer. Mazzafera hofft, die Entdeckung hilft jenen Menschen, die Schwierigkeiten mit der Verträglichkeit von Koffein haben. Die chemische Substanz erhöht den Blutdruck, löst Herzklopfen aus und stört den Schlaf.

Noch wissen die Forscher nicht, ob ihre Pflanzen als Handelsgut Erfolg haben werden. Sie konnten noch keinen Kaffee von diesen Pflanzen kosten, weil diese noch einige Jahre bis zur Reife brauchen. Außerdem wachsen ihre Büsche circa 30 Prozent langsamer als Standard-Arabica-Pflanzen. Das Team möchte sie aber mit koffeinreichen Verwandten kreuzen, um eine schnell wachsende, koffeinfreie Art zu produzieren. Aber selektive Züchtung dauert einige Jahre. Dagegen steht die genetisch veränderte Niedrigkoffein-Pflanze wenige Jahre vor ihrer Reife. "Der Weg der genetischen Veränderung könnte erfolgreich sein", sagt der Pflanzenexperte Alan Crozier von der Biomedizinischen Universität Glasgow. "Es sollte möglich sein, eine Pflanze zu entwickeln, die komplett koffeinfrei ist." Natürlich gezüchtete Arten können Spurenanteile der Chemikalie enthalten. Aber Leute, die der Gentechnik kritisch gegenüber stehen, können auf den Ansatz der Brasilianer warten.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nature.com

Weitere Berichte zu: Koffein

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau