Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Männer sind weniger schmerzempfindlich

15.06.2004


Testosteron gegen chronische Schmerzen



Männer sind weniger sensibel als Frauen, zumindest was Schmerzen betrifft. Forscher haben herausgefunden, dass das männliche Hormon Testosteron Beschwerden ausblendet. Sie glauben, dass dieser Toleranzeffekt Männern hilft, ihre Ausdauer bei Kämpfen zu behalten, wo das Testosteronniveau hoch ist. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature.

... mehr zu:
»Testosteron


"Wenn Männer weniger empfindlich auf Schmerz sind, ist die Bereitschaft zu kämpfen größer", sagt die Leiterin der Studie, Michaela Hau, eine Tierphysiologin und Verhaltenswissenschaftlerin an der Universität Princeton, New Jersey. Das Forschungsteam hat männlichen Spatzen Testosteron implantiert und ihre Reaktionszeit auf Schmerz gemessen. Das Testosteron hat den Vögeln erlaubt, Beschwerden länger auszuhalten, daher gehen die Forscher davon aus, dass das Hormon Schmerzen verschleiern kann.

Sie bestimmten die normale Reizschwelle für Schmerz bei männlichen Spatzen, in dem sie ein Beinchen in einen Becher mit heißem Wasser hielten. "Wir haben gemessen, wie lange es dauert, bis der Vogel sein Bein wieder einzieht", erklärt Hau. Je schneller die Vögel ihre Beine wegnahmen, desto größer war wahrscheinlich der Schmerz. Bei Temperaturen unter 51 Grad Celsius dauerte die Reaktion der Vögel relativ lange. Aber bei höheren Temperaturen entfernten sie ihre Beine schneller, also hat sie das heiße Wasser geschmerzt.

Die Forscher verabreichten das Testosteron mittels Implantate in den Rücken der Spatzen. Bei 52 Grad Celsius haben mit Testosteron behandelte Tiere ihre Beine drei Mal so lange im Wasser behalten wie unbehandelte, was indiziert, dass ihre Toleranz gegenüber Schmerz gestiegen war. Das Team hat dann den Effekt eines Medikaments getestet, das den Effekt von Testosteron blockiert. Die Vögel wurden doppelt so sensibel auf Wasser bei 48 Grad Celsius, einer Temperatur, bei der sie normalerweise nur wenig Unbehagen zeigten.

Die Forscher glauben, dass Testosteron eine Kette von Ereignissen auslöst, die zu einem Anstieg des Niveaus natürlicher Schmerzmittel führen, den sogenannnten Enkephalinen. Das gilt wahrscheinlich auch für Menschen. "Ich zweifle nicht daran, dass Testosteron einen Effekt auf das Schmerzempfinden von Menschen hat", kommentiert Roger Fillingim, der Arbeiten zum Thema Schmerz an der Universität von Florida in Gainsville durchführt. Fillingim glaubt, dass das Testosteron Männern mit chronischen Schmerzen verabreicht werden könnte. Diese Männer nehmen oft Medikamente, die das normale Testosteronniveau senken, was in die natürliche Verminderung ihres Leidens eingreift.

Marietta Gross | pressetext.austria

Weitere Berichte zu: Testosteron

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wachablösung im Immunsystem: wie Dendritische Zellen ihre Bewaffnung an Mastzellen übergeben
16.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Wie Lungenkrebs zur Entstehung von Lungenhochdruck führt
16.11.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte