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Herzmedikament schützt auch vor Krebs

09.06.2004


Studien bestätigen mehrfache Wirkungsweise der Statine



Das Cholesterin senkende Medikament Statin könnte auch vor verschiedenen Arten von Krebs schützen. Eine Studie, die in Israel durchgeführt wurde, kam zu dem Schluss, dass Patienten, die Statin nahmen, ein 51 Prozent niedrigeres Risiko hatten an Darmkrebs zu erkranken. Eine zweite Studie von der Michigan and Oregon Health and Science University zeigte einen ähnlichen Effekt des Medikaments auf Prostatakrebs.

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Statine reduzieren das Risiko eines Schlaganfalls und einer Herzattacke und helfen Patienten mit Diabetes, multipler Sklerose und sogar gegen Alzheimer. Die Wirkungsweise ist dabei folgendermaßen: Sie blockieren die Tätigkeit eines Enzyms, das die Produktion von Cholesterin in der Leber bewirkt. Nun haben die Forscher den Beweis angetreten, dass Statine auch das Wachstum von Krebszellen unterbrechen.

Stephen Gruber, der die Darmkrebs-Untersuchung geleitet hat, betonte aber, es wäre zu früh, um sicher zu sagen, dass die Medikamente vor Krebs schützen. Auch dass Ärzte Statine für die Krebs-Prävention verschreiben sei noch zu früh, da noch kein unabhängiger Beweis erbracht worden ist und die Statine zudem in seltenen Fällen Muskel- und Leberprobleme hervorrufen können. Grubers Team hat 1.708 Menschen mit und 1.737 Menschen ohne Darmkrebs untersucht. Scheinbar kann die Einnahme von Statinen über mindestens fünf Jahre das Risiko für Darmkrebs um circa die Hälfte reduzieren. Laut Gruber ist es möglich, dass die Statine mit mehreren Genen interferieren, die das Tumorwachstum beeinflussen. Eine andere Theorie kommt zu dem Schluss, dass das Medikament vor einer Krebserkrankung schützt, indem es die Entzündung mindert. Darmkrebs ist die dritthäufigste Krebsart bei Männern und die zweithäufigste bei Frauen in Großbritannien.

Die andere Studie von den Forschern in Oregon verglich die Krankenblätter von 222 Männern, die sich einer Biopsie für Prostatakrebs unterzogen, mit 208 Männern, die keine Zeichen einer Erkrankung zeigten. Männer, die eine kumulative Dosis von mehr als 19 Gramm Statinen genommen hatten, hatten ein niedrigeres Risiko an Prostatakrebs zu erkranken. Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei britischen Männern, mit mehr als 24.700 neuen Fällen pro Jahr.

Marietta Gross | pressetext.austria

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