Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ventil im Kopf

06.06.2001

Das menschliche Gehirn produziert nicht nur Gedanken, sondern auch Wasser. Empfindliche Ableitorgane führen die Hirnflüssigkeit wieder in den Blutkreislauf zurück. So bleiben die Druckverhältnisse innerhalb des Schädels weitgehend konstant. Aber das empfindliche System kann leicht aus dem Gleichgewicht geraten - durch angeborene Missbildungen, einen Schlaganfall, Entzündungen oder einen Unfall. Ist das Ableitsystem bei Kindern verstopft, bildet sich der »Wasserkopf«. Um überschüssige Flüssigkeit auch bei Erwachsenen künstlich abzuleiten implantieren Ärzte seit längerem Ventile, passive Shunts genannt. Allerdings führen diese Ventile zu einer Reihe von Komplikationen, denn sie lassen sich nicht regulieren und auf die aktuelle Patientensituation einstellen. Das Deutsche Kompetenzzentrum für Miniaturisierte Monitoring- und Interventionssysteme MOTIV - ein Zusammenschluss des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik IBMT in St. Ingbert und der Laser- und Medizin-Technologie GmbH in Berlin - entwickelt eine neue Generation von »aktiven« Shunts: Ventile, die sich elektromechanisch regulieren lassen.

»Beim Brain Shunt verbessern wir ein bereits in der Medizin eingesetztes Verfahren«, erläutert Andreas Schneider, Projektmanager bei MOTIV. »Wir verwenden ein regulierbares Ventil des Unternehmens Christoph Miethke GmbH und koppeln es mit Aktoren und Mikrosensoren. So ist es jederzeit möglich, auf aktuelle Druckverhältnisse im Schädel zu reagieren.« Das Kompetenzzentrum MOTIV vereinigt Fachwissen und Technologie aus den verschiedensten Bereichen der medizinischen Mikrotechnik. So können medizinischen Systeme entwickelt und verbessert werden. Schneider weiter: »Die Aufgaben von MOTIV beschränken sich nicht auf Forschung und Entwicklung von Prototypen. Unser Ziel ist es, Unternehmen einzubinden und die Projekte bis zur Markteinführung zu begleiten.«

Das deutsche Kompetenzzentrum MOTIV und das europäische MEDICS präsentieren Wissenschaftler des IBMT vom 26. bis 28. Juni auf der Messe TechMed in Frankfurt. In Halle 9, Stand G 041 stellen sie ihre Entwicklungen und Projekte aus drei Geschäftsbereichen vor: »Therapie und Therapiekontrolle« umfasst ultraschallgeführte Thermotherapie. Zum Bereich »Ambulantes Monitoring« gehören tele-medizinische Überwachungssysteme. Im dritten Geschäftsbereich »Mikroimplantate und Endosysteme« sind mikrotechnologische Anwendungen wie der Brain Shunt angesiedelt.

Dipl.-Ing. Andreas Schneider | Mediendienst

Weitere Berichte zu: MOTIV

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neuer Ansatz gegen Gastritis
10.08.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Wenn Schimmelpilze das Auge zerstören
10.08.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten