Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Optimierung der Bewältigung chronischer Krankheit

03.06.2004


Start eines neuen pflegewissenschaftlichen Forschungsverbunds



Ein Fünftel der Versicherten ist chronisch krank. Diese 20 Prozent verursachen dem Sachverständigenrat zufolge 80 Prozent der Kosten im Gesundheitswesen. Zeit also, den seit langem kritisierten Defiziten der Versorgung chronisch Kranker entgegen zu treten. Wichtigste kostentreibende Defizite sind die unzureichende Bedarfs- und Bedürfnisgerechtigkeit der Versorgung chronisch Kranker, die Fixierung auf somatische Probleme der Erkrankten und die mangelnde Berücksichtigung ihrer lebensweltlichen, sozialen und psychischen Situation.



Die Optimierung der Bewältigung chronischer Krankheit hat sich jetzt der neue Pflegeforschungsverbund NRW an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld vorgenommen. Patienten- und Nutzerorientierung ist oberste Leitmaxime des Verbunds: sein Ziel ist es, wissenschaftliche Grundlagen für die Entwicklung neuer, patienten- und nutzerorientierter Pflegekonzepte beizutragen.

Mit der "Konzentration auf die Pflege wird eine wichtige Herausforderung aufgegriffen", sagen die beiden Sprecher des Verbunds Prof. Dr. Doris Schaeffer von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld und Prof. Dr. Andreas Kruse vom Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg: "Denn der Pflege kommt längst eine Schlüsselrolle bei der Versorgung chronisch Kranker zu, doch wird sie in ihrer Bedeutung und ihren Potenzialen noch viel zu wenig beachtet. Zugleich konfrontiert die ungebrochene Zunahme dieser Patientengruppe alle Gesundheitsprofessionen - so auch die Pflege - mit einer ganzen Reihe neuer Herausforderungen, die neue Antworten erfordern. Dazu einen Beitrag zu leisten, ist Ziel des Forschungsverbunds." Dem neuen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsverbund gehören fünf Universitäten an: Bielefeld, Dortmund, Düsseldorf, Heidelberg und Witten/Herdecke.

Der Pflegeforschungsverbund NRW ist einer von vier vom BMBF geförderten Forschungsverbünden. Zu den Standorten gehören außer der Universität Bielefeld noch die Universität Bremen, die Universität Halle-Wittenberg und die Fachhochschule Osnabrück. Das Bundesbildungsministerium fördert diese vier Pflegeforschungsverbünde in einer ersten, drei Jahre dauernden Phase mit 4,5 Mio Euro.

Von der Etablierung der Forschungsverbünde dürften nach Ansicht der beiden Sprecher auch wichtige Impulse für die Entwicklung der Pflegewissenschaft ausgehen. Ähnlich wie Public Health habe diese in Deutschland neue gesundheitswissenschaftliche Disziplin erst vor ungefähr zehn Jahren Einkehr in die deutsche Hochschullandschaft gehalten. Seither seien etwa 50 Pflegestudiengänge entstanden und damit beachtliche Erfolge auf dem Gebiet der Studiengangsentwicklung erreicht worden. "Der hohen Dynamik dieser Entwicklung ist geschuldet, dass der Ausbau von Pflegeforschung nicht mit gleicher Energie forciert werden konnte. Diese Aufgabe gezielt anzugehen, dürfte nun anstehen. Es bleibt zu hoffen, dass die Forschungsentwicklung durch die Förderung des Bundes die erforderliche Schubkraft erhält und mit ihr zur Lösung der zahlreichen im hiesigen Gesundheitswesen anstehenden Reformherausforderungen - etwa Bereich der Versorgung chronisch Kranker - beigetragen wird", so die Sprecher des neuen Pflegeforschungsverbunds NRW.

Kontakt: Fakultät für Gesundheitswissenschaft der Universität Bielefeld, Prof. Dr. Doris Schaeffer, Telefon 0521/106 3895.

Dr. Gerhard Trott | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bielefeld.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften