Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Infektionen durch Zahnimplantate

28.05.2004


Füllungsmaterial für Hohlräume im Zahnimplantat Hauptverursacher von Verunreinigungen und Entzündungen



Bakterienbefall von Implantaten und damit verbundene Entzündungen des Gewebes entstehen hauptsächlich durch das Material, mit dem sie verschlossen werden. Zur Füllung am besten geeignet sind Stifte aus sogenanntem Guttapercha, einem kautschukähnlichen Stoff, der aus dem milchigen Saft des Gummibaumes gewonnen wird. Guttapercha-Stifte lassen sich nicht nur besonders einfach einführen und entfernen, sondern beugen auch der Bakterienbildung vor. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die Dr. Xin Xie am Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität zu Köln durchgeführt hat.

... mehr zu:
»Implantat »Zahnimplantat


Implantate als Ersatz für nicht mehr vorhandene Zahnwurzeln sind in der Zahnmedizin in den letzten zwei Jahrzehnten sehr populär geworden. Sie werden als Pfeiler benutzt, auf die der tatsächliche Zahnersatz in Form einer Krone, Brücke oder Prothese aufgesetzt werden kann. Dabei muss das Implantat fest mit dem Kieferknochen zusammenwachsen, erst dann ist es wirklich belastbar. Die Materialien, die für Implantataufbauten benutzt werden, müssen daher aus gewebeverträglichen Substanzen hergestellt oder damit beschichtet sein. Das Problem: Derartige Stoffe sind nicht nur gewebefreundlich, sondern zugleich Nährboden für krankheitserregende Bakterien. Sie können die Oberfläche des Implantats schädigen und eine frühe Verbindung mit dem Knochen verhindern. Darüber hinaus verursachen die Mikroorganismen häufig Entzündungen des Bindegewebes. Dies führt zu einer Lockerung des Implantats und im Extremfall sogar zum Verlust desselben. Aus diesem Grund sollten Implantate sehr sorgfältig vor Verunreinigungen durch Bakterien im Mund geschützt werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Verschluss zwischen Implantat und Implantataufbau. Er muss verhindern, dass Krankheitserreger in den Aufbau eindringen und sich dort vermehren.

Zu den Materialien, mit denen Implantathohlräume in der Regel gefüllt werden, gehören Wachs, Silikonmasse, die kautschukähnliche Substanz Guttapercha sowie Kunststoffstifte. Allerdings sind nicht alle diese Stoffe klinisch und hygienisch gleichermaßen für den Verschluss von Implantaten geeignet. In der von Dr. Xin Xie durchgeführten Stichprobe war das Keimwachstum bei den verschiedenen Materialgruppen höchst unterschiedlich. So bildeten sich die meisten Mikroorganismen bei der Verwendung von unsterilisiertem Wachs. Doch auch steriles Wachs, Silikon und Plastikpins führten zu einem erhöhten Befall von diversen Bakterien. Die Guttapercha-Proben wirkten dagegen desinfizierend. Nur bei etwa einem Zehntel der untersuchten Fälle konnte überhaupt schwaches Wachstum zweier Typen von Krankheitserregern nachgewiesen werden. Alle anderen blieben vollkommen keimfrei.

Für Rückfragen steht Ihnen Frau Claudia Sydow unter der Telefonnummer 0221/478-6337, der Fax-Nummer 0221/478-5982 und unter der Email-Adresse: prothetik@medizin.uni-koeln.de zur Verfügung.

Gabriele Rutzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-koeln.de

Weitere Berichte zu: Implantat Zahnimplantat

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Tropenviren bald auch in Europa? Bayreuther Forscher untersuchen Folgen des Klimawandels
21.06.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften