Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geschädigte Gelenkknorpel rechtzeitig behandeln

26.05.2004


Erste universitäre Sektion Knorpeltransplantation an Universitätsklinikum Freiburg gegründet



Rund 100.000 sportbedingte Kreuzband- und 300.000 Meniskusverletzungen pro Jahr in Deutschland führen auch zu Schäden am Gelenkknorpel des Knies. Diese Verletzungen bleiben nicht ohne Folge, denn was mit einem Knorpelschaden beginnt, endet oft mit einer schweren Arthrose. Vor allem das Know-How über die Transplantation "gezüchteten" körpereigenen Knorpelgewebes zur Behandlung von Gelenkknorpelschäden hat zur Gründung der neuen Sektion Knorpeltransplantation am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Dr. Matthias Steinwachs geführt. Die Sektion Knorpeltransplantation ist ein Bereich des Departments für Orthopädie und Traumatologie und gleichzeitig die erste universitäre Einrichtung, die sich ausschließlich mit der modernen Behandlung von Gelenkknorpelschäden beschäftigt. Mit der Knorpeltransplantation werden jetzt in Freiburg alle Methoden der Knorpelregeneration neben den anderen geprüften und bereits im Department für Orthopädie und Traumatologie eingesetzten Verfahren angeboten.



"Je früher der Arzt einen Knorpelschadens entdeckt und behandelt, desto größer ist die Chance, eine Arthrose vermeiden zu können", erläutert Matthias Steinwachs, "sie bringt Schmerzen und zum Teil erhebliche Einbußen der Beweglichkeit mit sich." Das drei bis fünf Millimeter starke Gelenkknorpelgewebe, das in gesundem Zustand eine "reibungslose" und schmerzfreie Bewegung unserer Gelenke ermöglicht, hat nämlich einen Nachteil: Da es weder von Nerven noch von Blutgefäßen durchzogen ist, kann es sich beim erwachsenen Menschen kaum selbst reparieren. Verletzungen ab einer bestimmten Größe können nur mit der Transplantation von Knorpelgewebe aus körpereigenen Knorpelzellen wirkungsvoll behandelt werden. Dazu wird dem Patienten in einer Gelenkspiegelung eine kleine Knorpelprobe entnommen. Ein Speziallabor vermehrt auf biotechnologischem Weg die gewonnenen Knorpelzellen so weit, dass sie die Verletzung wieder ausgleichen können. Die gezüchteten Zellen werden dann in einer zweiten Operation wieder in das Kniegelenk gespritzt. Das Verfahren empfiehlt sich bei Gelenkknorpelschäden an Knie- und Sprunggelenk, die etwa zwei bis zehn Quadratzentimeter groß sind.

Kontakt:

Dr. Matthias Steinwachs
Leiter Sektion Knorpeltransplantation
Department für Orthopädie und Traumatologie
Universitätsklinikum Freiburg
Hugstetter Str. 55, 79106 Freiburg
Tel.: 0761 270 2884
E-mail: steinwa@ch11.ukl.uni-freiburg.de

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-freiburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie