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Strahlenschutz - auch über den Wolken ein Thema

26.05.2004


Energiereiche Strahlung aus dem All tritt in großen Höhen erheblich stärker in Erscheinung als auf Meeresniveau. Daher ist die Strahlenexposition für Flugreisende höher als für Daheimgebliebene. Vor der nächsten Fernreise können strahlenexponierte Passagiere die zu erwartende Strahlendosis im Internet abrufen. Das Institut für Strahlenschutz des GSF-Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit in Neuherberg bei München stellt eine Website zur Verfügung, über die für jeden beliebigen Flug die zu erwartende Strahlendosis berechnet werden kann. Der Berechnung zugrunde liegt das mit Unterstützung der EU entwickelte Programm EPCARD (European Program Package für the Calculation of Aviation Route Doses). Für Fluggesellschaften steht darüber hinaus eine Vollversion des Programms zur Verfügung, mit dessen Hilfe die große Menge der täglich anfallenden Dosisberechnungen für die Flugzeugbesatzungen für jeden Flug durchgeführt werden kann.




Die berechneten Strahlendosen dürften die meisten Vielflieger aufatmen lassen: Man müsste schon pro Jahr 400mal über den Atlantik jetten, um den von der Internationalen Kommission für Strahlenschutz (ICRP) empfohlenen Grenzwert von 20 mSv für beruflich strahlenexponierte Personen zu erreichen.

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Mehr Grund, auf ihre Strahlendosis zu achten, haben Piloten und Crewmitglieder: Bereits 1990 ermittelte die ICRP aus Abschätzungen, dass Flugpersonal durch die natürliche kosmische Strahlung Dosen ausgesetzt ist, die vergleichbar oder sogar höher sind als diejenige von Personen, die mit künstlicher Strahlung in Medizin und Technik umgehen. Daher legte die ICRP Empfehlungen über Dosisgrenzwerte vor, die 1996 in europäisches Recht und 2001 in die deutsche Strahlenschutzverordnung übernommen wurden.

Die Einführung von Dosisgrenzwerten verlangt, dass die aktuellen Strahlendosen auch ermittelt werden können. Deshalb legten eine Reihe von europäischen Instituten als Folge der ICRP-Empfehlungen Forschungsprogramme auf, deren Ziel die theoretische und experimentelle Erfassung der natürlichen Strahlenexposition in Flugzeugen war. Auch GSF-Wissenschaftler, die schon Jahre davor auf diesem Gebiet geforscht hatten, beteiligten sich an beiden Vorgehensweisen und entwickelten schließlich mit Unterstützung der EU-Kommission gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Siegen das Programm EPCARD. Mit dessen Hilfe ist es möglich, auf beliebigen Flugrouten und Flugprofilen die Dosis aus allen Komponenten der natürlichen durchdringenden kosmischen Strahlung zu berechnen.

Mit der Dosisberechnung im Internet bietet sich kleineren Fluggesellschaften auch eine einfache Möglichkeit an, festzustellen, ob ihre Piloten den in der Strahlenschutzverordnung festgelegten Grenzwert von 1 mSv pro Jahr überhaupt erreichen, ab dem eine Dosismeldung an das Luftfahrt-Bundesamt regelmäßig erfolgen muss.

Gertrud Aßmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.gsf.de/epcard
http://www.gsf.de/Aktuelles/Presse/EPCARD.phtml

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