Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU fördert Brustkrebsforschung

26.05.2004


Die Europäische Kommission stellt sieben Millionen Euro für ein neues Projekt namens TRASN-BIG zur Verfügung, das die Therapie von Brustkrebs zum Gegenstand hat.



"Krebs ist in der EU die Todesursache Nummer eins für Frauen im Alter von 35 bis 64 Jahren", erläutert Dr. Martine Piccart, die Koordinatorin des Projekts. "Im Jahr 2000 wurden in der erweiterten EU 351.680 neue Fälle diagnostiziert." Jedoch erhielten die meisten Patienten zum gegenwärtigen Zeitpunkt "eine übermäßige Dosierung, während nur einige wenige einen bedeutsamen Nutzen daraus ziehen können", sagt Dr. Piccart.



Das Ziel dieses Exzellenznetzwerks, an dem sich 39 Partner aus 21 Ländern beteiligen, ist daher die Prognose so zu verfeinern, dass sich besser bestimmen lässt, wer eine Therapie benötigt, um den Anteil der Frauen zu reduzieren, die unnötigerweise eine Chemotherapie erhalten.

"Das würde sie weit weniger Toxizität und langfristigen Nebenwirkungen aussetzen und gleichzeitig die Kosten für die Brustkrebstherapie und deren Belastung für die europäischen Gesundheitssysteme reduzieren", fährt Dr. Piccart fort.

Tatsächlich haben zwei Jahrzehnte klinischer Versuche gezeigt, dass die Chemotherapie zwar die Überlebensrate von 2 auf 12 Prozent steigert, sie aber auch die Ursache für Metastasen, kardiale Toxizität, eine frühe Menopause und Beeinträchtigungen der kognitiven Fähigkeiten sein kann.

In den kommenden fünf Jahren wird sich TRANS-BIG, das auf den Prinzipien der Translationsforschung, d.h. der möglichst raschen Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Praxis, basiert, der Fragmentierung annehmen, die auf diesem Forschungsgebiet existiert, und die klinischen Anwendungen biologischer Entdeckungen beschleunigen.

"Das TRANS-BIG-Konsortium wird die umfangreiche Fachkenntnis erhalten, die zur Schaffung einer vollkommen kohärenten Forschungsgruppe an führenden Spezialisten in Europa notwendig ist. Dadurch lässt sich die bestehende Fragmentierung der Bemühungen bekämpfen und Europa mit dem Wettbewerbsvorteil versehen, den es braucht, um international die führende Rolle in der Brustkrebstherapie zu übernehmen", erklärt Dr. Piccart.

Das erste Hauptprojekt von TRANS-BIG heißt Mindact (Microarray for Node Negative Disease may avoid Chemotherapy). Mindact setzt Microarrays ein, eine Technologie, die zur Identifizierung spezifischer molekularer Zusammensetzungen eines Tumors, sozusagen seines "Fingerabdrucks", verwendet wird. Diese Technologie soll, auch wenn sie noch in den Kinderschuhen steckt, eine bessere Auswahl der Patienten ermöglichen, die tatsächlich eine Chemotherapie benötigen, und den Patienten mit einem geringen Rückfallrisiko eine Überdosierung ersparen.

Das Projekt stellt durch das integrierte Durchführen der Translationsforschung sicher, dass die besten Einrichtungen der führenden Krebsforschungs- und Krebstherapiezentren gemeinsam genutzt werden und dadurch die Kosten gemindert und die Effektivität erhöht wird.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Projektkoordinatorin:
E-Mail: martine.piccart@bordet.be

| cn
Weitere Informationen:
http://dbs.cordis.lu/news/de/home.html

Weitere Berichte zu: Brustkrebstherapie Chemotherapie TRANS-BIG Toxizität

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Methode der Eisenverabreichung
26.04.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Bestrahlung bei Hirntumoren? Eine neue, verlässlichere Einteilung erleichtert die Entscheidung
26.04.2017 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie

Mit Urzeitalgen zu gesundem Wasser: Wirtschaftliches Verfahren zur Beseitigung von EDC im Abwasser

27.04.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Kaltwasserkorallen: Versauerung schadet, Wärme hilft

27.04.2017 | Biowissenschaften Chemie