Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aventis und Universitätsklinikum Frankfurt: Gemeinsam gegen Arthroseschmerz

31.05.2001


Neuartige Forschungskooperation - Aventis Pharma unterstützt Pharmazentrum der Universität Frankfurt mit 3,6 Millionen Euro

Aventis Pharma und das Universitätsklinikum Frankfurt a.M. werden in den kommenden fünf Jahren gemeinsam erforschen, wie Patienten mit schmerzhafter Gelenkarthrose besser als bisher geholfen werden kann. Dafür richten sie die "Frankfurter Arthroseschmerz-Plattform" ein. Der Forschungsverbund setzt sich aus Forschungsgruppen beider Institutionen zusammen, die eigens für die Kooperation aufgebaut werden. Aventis Pharma trägt dabei auch die Kosten für die universitäre Forschungsgruppe mit. Die neuartige Kooperationsform könnte beispielgebend für die deutsche Hochschullandschaft sein.

"Mit dieser Kooperation über 3,6 Millionen Euro erweitern wir unser Forschungsnetzwerk in Deutschland, trotz des schwierigen wissenschaftspolitischen Umfelds", erklärte Prof. Dr. Günther Wess, Forschungsleiter von Aventis Pharma in Deutschland, bei der Vorstellung des Projekts in Frankfurt. "Wir freuen uns, dass wir mit einem erneuten Engagement mit der Universität Frankfurt diesen bislang einzigartigen Weg der Kooperation gehen können", sagte Wess. "Aventis Pharma arbeitet seit Jahren an Möglichkeiten, Arthrose ursächlich zu behandeln. Die neuen Medikamente müssen nicht nur die Gelenkdegeneration deutlich verzögern, sondern auch die teilweise sehr starken Schmerzen der Patienten lindern. Daher war es nur folgerichtig, einen Partner für die mit diesem Krankheitsbild verknüpfte Schmerzforschung zu suchen", führte Prof. Günther Wess aus. Ziel der von Aventis Pharma mit den Lehrstühlen für allgemeine und klinische Pharmakologie am Pharmazentrum des Frankfurter Universitätsklinikums gegründeten "Frankfurter Arthroseschmerz-Plattform" ist deshalb unter anderem, neue molekulare Angriffspunkte für eine auf Arthrose zugeschnittene Schmerzbehandlung zu identifizieren. "Der globale Wissenstransfer, der durch die weltweiten Netzwerke von Aventis stattfindet, soll uns ermöglichen, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in erste überzeugende Therapien für Ursachen und Symptome der Arthrose umzusetzen", so Prof. Dr. Günther Wess.

"Die Frankfurter Arthroseschmerz-Plattform stellt für uns eine ganz neuartige Kooperationsform dar", betonte Prof. Dr. Josef Pfeilschifter, Leiter des Lehrstuhls für Allgemeine Pharmakologie und Toxikologie. "Diese Art der Zusammenarbeit könnte modellhaft für die gesamte deutsche Hochschullandschaft werden. Erstmalig werden eine akademische und eine industrielle Gruppe eigens dazu aufgebaut, sich zu einem gemeinsamen Team für angewandte Forschung zu formieren." Das Pharmazentrum bringt Kenntnisse über Schmerz und Schmerzmittel sowie eine Reihe von Testsystemen und Studienmöglichkeiten ein. Damit kann die Arthroseschmerz-Plattform viele wichtige Phasen der Medikamentenentwicklung unterstützen - die Suche nach Ansatzpunkten für Medikamente ebenso wie präklinische Charakterisierung interessanter Wirkstoffe und erste klinische Studien.

"Die Arthroseschmerz-Plattform geht neue Wege; kausale und symptomatische Arthrosetherapie werden nicht länger isoliert betrachtet", erläuterte Dr. Bernd Kirschbaum, Leiter der Arthroseforschung bei Aventis Pharma. "Im Rahmen der Arthroseschmerz-Plattform sollen darüber hinaus bessere experimentelle Modelle für das Krankheitsbild entwickelt und Wirksubstanzen aus Aventis-Labors auf ihre Eignung zur Hemmung der Gelenksdegeneration bei gleichzeitiger Herabsetzung der Schmerzen geprüft werden".

Internationaler wissenschaftlicher Beirat Der Arthroseschmerz-Plattform steht ein international besetzter wissenschaftlicher Beirat zur Seite. Mitglieder sind:

Professor Gerd R. Burmester, Berlin Professor Marshall Devor, Jerusalem Professor Gerd Geißlinger, Frankfurt a.M. Professor Martin Koltzenburg, London Professor Josef Pfeilschifter, Frankfurt a.M. Professor Peter W. Reeh, Erlangen Professor Hans-Georg Schaible, Jena

Hintergrund Arthroseschmerzen

Schmerzen sind bei Arthrose das häufigste und belastendste Symptom und der Hauptgrund für Patienten, einen Arzt aufzusuchen. Mehr als 8 Millionen Bundesbürger leiden an Arthrose, Tendenz steigend. Nach Schätzungen des Zentralinstituts für kassenärztliche Versorgung in Köln führt das zu 43 Millionen Arztbesuchen im Jahr. Die Therapiekosten entsprechen dabei pro Minute dem Gegenwert eines Mittelklassewagens.

Die Krankheit ist damit nicht nur ein individuelles, sondern auch ein großes volkswirtschaftliches Problem. Wie Prof. Dr. Dr. Gerd Geißlinger vom Pharmazentrum des Universitätsklinikums erläuterte, wirken die verfügbaren Schmerzmittel, vor allem die am häufigsten verwendeten nichtsteroidalen Antirheumatika, meist nur ungenügend. Sie können außerdem bei Dauereinnahme zum Teil zu schwerwiegenden Nebenwirkungen führen. Die genaue Entstehung von Arthroseschmerzen sei bislang ungeklärt, denn das erkrankte Knorpelgewebe selbst enthalte keine Nerven. "Daher ist eine gezielte Erforschung des Arthroseschmerzes und die Entwicklung neuer spezifischerer Schmerzmedikamente dringend erforderlich", so Geißlinger.

Forschungskooperationen von Aventis Pharma

Aventis Pharma, als großes forschendes Pharmaunternehmen in der Region mit in Deutschland über 1.200 Mitarbeitern in Forschung und Entwicklung, sucht weltweit die Partnerschaft mit Universitäten und dynamischen Biotechnologieunternehmen. Allein in Hessen laufen derzeit Kooperationen von Aventis Pharma mit 16 Partnern, deutschlandweit 55. Weltweit unterhält Aventis Pharma über 330 Forschungs-Kollaborationen ganz unterschiedlicher Art, in die das Unternehmen im Jahr 2000 rund 20 Prozent des Forschungsetats investiert hat.

Die Arthroseschmerz-Plattform ist Teil eines durch Aventis geknüpften internationalen Netzwerks in der Arthroseforschung. Dazu gehört beispielsweise auch das Kanadische Arthrose-Netzwerk mit seinen Forschern, Sozialwissenschaftlern, Bioingenieuren und Behördenvertretern, die gemeinsam an besseren Therapien und Versorgungsmöglichkeiten für Arthrosepatienten arbeiten. Mit 16 deutschen Partnern arbeitet Aventis Pharma im Leitprojektverbund "Diagnose und Therapie der Osteoarthrose mit den Mitteln der Molekularen Medizin" zusammen, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert. Das 1999 begonnene, auf fünf Jahre angelegte Projekt mit einem Finanzvolumen von 53 Millionen Mark hat bereits neue therapeutische Ansatzpunkte geliefert. Weitere Verbindungen bestehen zur gemeinsamen Rheumaforschung von Aventis Pharma und dem Biotechunternehmen Millennium Pharmaceuticals in den USA.

Rolf Hömke Kommunikation Tel.: 069 305 5085 Fax: 069 305 84418 Rolf.Hoemke@Aventis.com

Rolf Hömke | ots

Weitere Berichte zu: Arthrose Arthroseschmerz Pharmazie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Proteomik hilft den Einfluss genetischer Variationen zu verstehen
27.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko
23.03.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise