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Minitransplatantionen auch für PNH einsetzbar

19.05.2004


An der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig wurde jetzt ein für die Leukämie-Behandlung älterer Patienten eingesetztes Verfahren auch erfolgreich eingesetzt für die Behandlung der seltenen Erkrankung PNH.



Die seltene Erkrankung PNH (Paroxysmal Nocturnal Hemoglobinuria) oder deutsch: Plötzliches Nächtliches Hämoglubin im Harn, führt dazu, dass der Patient ohne jegliche Vorankündigung nachts roten Harn ausscheidet. Zurückzuführen ist das PNH-Syndrom auf das Fehlen eines bestimmten Eiweißes auf dem roten Blutkörperchen, aber auch an anderen Blutzellen. Das führt dazu, dass das sogenannte Komplement, d.h. bestimmte Proteine im Blut, ungehemmt roten aber auch andere Blutkörperchen vernichten können. Besonders nachts kommt es zu einer Veränderung des Säure-Basenhaushalt, was dazu führt dass diese Reaktion stattfindet. Es kommt zur Auflösung der roten Blutkörperchen oder Erythrozyten sogennante Hämolyse) und zum Austritt des Blutfarbstoffes in das Blut. Der Blutfarbstoff wird dann durch den Harn ausgeschieden (roter Harn). Damit besteht eine Blutarmut und in vielen Fällen auch eine Verminderung der weißen Blutkörperchen und Blutplättchen. Eine häufige und lebensbedrohliche Komplikation dieser Erkrankung ist die Entwicklung von Thrombosen.



Bisher war PNH nicht heilbar. "Man wartete ab und hoffte, die hämolytischen Episoden zu verhindern", erklärt Prof. Dietger Niederwieser, Leiter der Abteilung Hämatologie und Onkologie der Universität Leipzig. In Spätstadien versuchte man der Krankheit mit Knochenmarkstransplantationen beizukommen, die aber für den Patienten mit einem großen Risiko behaftet waren. Mit den sogenannten "schonenderen Transplantationen", die bei älteren Leukämiepatienten seit einigen Jahren am Universitätsklinikum Leipzig erfolgreich eingesetzt werden, behandelte das Team um Prof. Niederwieser jetzt erfolgreich PNH Patienten, die für eine konventionelle Stammzelltransplantation nicht mehr in Frage kamen. Die Erfahrungen wurden erst kürzlich im amerikanischen Journal "Biology of Bone Marrow Transplantation" veröffentlicht.

Die Transplantation mit reduzierter Konditionierung beruht auf einer schonenderen Methode der Knochenmarkstransplantation, die nicht mehr wie bisher üblich das gesamte Patienten-Knochenmark durch Strahlen- und Chemotherapie abtötet, sondern auf Spenderzellen, die das patienteneigene Knochenmark selbst ersetzen. Damit ist nur noch eine minimale Bestrahlung und eine schonendere Chemotherapie notwendig.


Weitere Informationen Prof. Dr. Dietger Niederwieser
Telefon: 0341 97-13050
E-Mail: haematologie@medizin.uni-leipzig.de

Dr. Bärbel Adams | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de/~haemonko

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