Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Plastikkügelchen trocknen Geschwüre aus

19.05.2004


Jede Frau im gebärfähigen Alter kann Myome in der Gebärmutter bekommen. Diese gutartigen Geschwülste sind die häufigsten Tumore der weiblichen Geschlechtsorgane und oft der Anlass die Gebärmutter zu entfernen. Eine Alternative ist hier ein neues nichtoperatives, gebärmuttererhaltendes Verfahren, die so genannte Myomembolisation. Diese Therapie bietet das Universitätsklinikum Bonn, neben wenigen deutschen Zentren wie beispielsweise die Berliner Charite, jetzt auch in Nordrhein-Westfalen an.

... mehr zu:
»Embolisation »Gebärmutter »Myom

Rund jede vierte Frau, meist im Alter zwischen 30 und 45 Jahren, bekommt Myome. "Dieses ist erst einmal nichts Tragisches, denn die gutartigen Tumore bereiten nur in seltenen Fällen Probleme", sagt Professor Dr. Holger Strunk, Oberarzt an der Radiologischen Universitätsklinik. Nach den Wechseljahren bilden sich die Geschwülste fast immer von selbst zurück. Doch manche Betroffene klagt je nach Größe und Lage der Myome über eine verlängerte, schmerzhafte und verstärkte Regelblutung, Zwischenblutungen oder sogar über dauerhafte Blutungen. In Einzelfällen haben Patientinnen Schwierigkeiten beim Wasser lassen, ein dauerhaftes Druckgefühl im Unterbauch oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

"Wenn Myome in der Tat stören, besteht Handlungsbedarf. Gynäkologen können aber nicht zehn große Myome gleichzeitig entfernen und dabei die Gebärmutter erhalten. Eine Alternative ist die Myomembolisation, mit der wir in der Lage sind, alle erreichbaren Myome zu therapieren", sagt Professor Strunk. Die meisten Frauen sind bei dem Eingriff um die 40 Jahre alt und haben die Familienplanung bereits abgeschlossen. Professor Strunk rät Frauen von einer Schwangerschaft nach einer Embolisation ab, denn es gibt dazu bisher zu wenig Erfahrungswerte. Besser sieht es für den Kinderwunsch zur Zeit noch nach einer operativen Ausschälung von Myomen aus.


Beschwerdefrei ohne Bauchschnitt!

Myome haben einen erhöhten Blutbedarf und eignen sich deshalb besonders gut für eine Embolisation. Mit einem kleinen Stich in die Leiste führen die Radiologen unter Röntgenkontrolle einen dünnen Plastikschlauch, einen so genannten Katheder, gezielt durch je ein Blutgefäß bis zur Gebärmutter. Dort befüllen die Ärzte mit Hilfe des Blutstroms die Myome mit kleinen Plastikkügelchen. Diese haben mit einem Durchmesser von 0,3 bis 0,7 Millimetern ungefähr die Größe eines Weizengrieß-Korns und verstopfen im Geschwulst die Blutgefäße. "Den Myomen wird förmlich die Blutzufuhr gekappt. Sie schrumpfen im Verlauf von Monaten und trocknen ein. Fast alle unserer Patientinnen sind nach der Therapie beschwerdefrei", sagt Professor Strunk.

Den etwa zweistündigen Eingriff führen die Bonner Radiologen unter örtlichen Betäubung durch. "Damit es für die Patientin nicht zu schmerzhaft wird, ist eine zusätzliche Schmerztherapie erforderlich", erklärt Professor Strunk. Aber schon am nächsten Tag reichen bereits schmerzstillende Tabletten oder Zäpfchen aus, und die Patientin kann aufstehen. Nach einer Woche fühlt sie sich erfahrungsgemäß wieder "pudelwohl".

Ansprechpartner:
Professor Dr. Holger Strunk
Radiologische Klinik des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-5237
E-Mail: strunk@uni-bonn.de

Dr. Andreas Archut | idw

Weitere Berichte zu: Embolisation Gebärmutter Myom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Vitamin-Mangel, der Kampf gegen die Antriebslosigkeit und Nahrung für die Nerven
08.12.2016 | PhytoDoc Ltd.

nachricht Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs
06.12.2016 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops