Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alarmierende Zustände: - Osteoporosepatienten sind dramatisch unterversorgt

12.05.2004


Das jetzt veröffentlichte Endergebnis des nationalen Frakturregisters bestätigt: Millionen Knochenschwund-Betroffene erhalten keine wirksame Therapie und leiden unter schmerzhaften, teils lebensgefährlichen Knochenbrüchen.

Alarmierende Zustände: In Deutschland sind schätzungsweise über fünf Millionen Menschen von Osteoporose betroffen, aber nur die wenigsten werden effektiv therapiert. Eine wirksame Therapie bleibt oft auch dann aus, wenn es zur Fraktur gekommen ist. Dies belegen die Zahlen des Frakturregisters. Demnach wird die Krankheit selbst bei Patienten mit hüftgelenksnaher Fraktur meist erst sehr spät oder gar nicht erkannt.

Bei circa 60 Prozent der Frakturpatienten, die in eine Rehabilitationsklinik eingeliefert wurden, wurde ein Verdacht auf Osteoporose geäußert. Trotzdem wurde in fast 97 Prozent der Fälle keine Knochendichtemessung durchgeführt, die dem Arzt eine sichere Diagnose ermöglicht hätte. Dabei ist Früherkennung wichtig, damit Patienten rechtzeitig behandelt werden. Nur so lassen sich schwere Folgeschäden für die Patienten verhindern. Gerade in dieser Hinsicht sind die Zahlen des Frakturregisters jedoch erschreckend: Lediglich ca. 20 Prozent der Patienten aus Rehabilitationskliniken und nur ca. sechs Prozent der Patienten aus Akutkliniken erhielten nach ihrer Entlassung eine effektive Therapie mit Bisphosphonaten. Und das, obwohl Deutschland über ausreichend hochwirksame Medikamente verfügt. Eine Therapie mit Bisphosphonaten kann das Risiko von Knochenbrüchen verringern und die Erkrankung aufhalten.

Die Daten machen klar: In Deutschland sind Knochenschwund-Patienten dramatisch unterversorgt. Auch aus volkswirtschaftlicher Sicht ist dieser Zustand skandalös. Für die Pflege der Betroffenen, die unter den Folgeschäden einer unbehandelten Osteoporose leiden, muss das Gesundheitssystem zur Zeit jährlich zwischen vier und fünf Milliarden Euro aufwenden - unnötige Kosten, die durch eine gezielte medikamentöse Therapie eingespart werden könnten. Die Krankheit wird jedoch kaum erkannt, und viel zu selten erfolgt eine effektive Therapie. Deshalb ist es wichtig, ausführliche Aufklärung zu leisten und die Menschen zu motivieren, ein beratendes Gespräch mit ihrem Arzt zu suchen.

Knochen-Woche: Checken Sie Ihr Osteoporose-Risiko! Vom 17. bis zum 23. Mai findet die bundesweite "Knochen-Woche" statt.

Die Initiative gegen Knochenschwund ruft auf: "Denken Sie diese Woche besonders an Ihre Knochen!" Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Arzt und fragen Sie nach Ihrem Osteoporose-Risiko. Den Osteoporose-Risiko-Test der Initiative gegen Knochenschwund erhalten Sie kostenfrei unter 0800 / 066 12 79.

Karin Pechermeyer | Initiative gegen Knochenschwund
Weitere Informationen:
http://www.initiativegegenknochenschwund.de

Weitere Berichte zu: Osteoporose Osteoporose-Risiko Rehabilitationsklinik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie