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Im Verbund gegen bösartige Lymphome

11.05.2004


Deutsche Krebshilfe fördert bundesweites Forschungsprojekt



Die Deutsche Krebshilfe hat ein neues Verbundprojekt ins Leben gerufen, um die Diagnose und Therapie bösartiger Lymphome weiter zu verbessern. Bösartige Erkrankungen des Lymphsystems treten in zahlreichen unterschiedlichen Formen auf und haben in den letzten Jahrzehnten in Deutschland ständig zugenommen. Bei vielen bösartigen Lymphomen, insbesondere in fortgeschrittenen Stadien, sind die Heilungschancen immer noch schlecht. Der Grund: Es fehlen diagnostische Kriterien, mit denen die Behandlung gezielt geplant werden kann. Das mit vier Millionen Euro geförderte Verbundprojekt soll die molekularen Mechanismen maligner Lymphome weiter aufklären.



„Die Behandlung maligner Lymphome findet in Deutschland auf international anerkannt hohem Niveau statt“, sagte Professor Dr. Lorenz Trümper, Sprecher des Verbundprojektes und Direktor der Abteilung Hämatologie und Onkologie am Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen, am 11. Mai 2004 bei einer Pressekonferenz. So können Patienten mit Morbus Hodgkin, einer bösartigen Lymph-Erkrankung, in fast allen Fällen erfolgreich behandelt werden. Das ist in erster Linie den Therapieoptimierungsstudien zu verdanken, die zu einem großen Teil von der Deutschen Krebshilfe gefördert werden.

„Für viele Lymphome sind die molekularen Mechanismen allerdings noch nicht entschlüsselt“, betonte der Verbundsprecher. „Dies ist jedoch eine wesentliche Voraussetzung, um die Therapie gezielt einsetzen zu können.“ Das Ziel des neu gegründeten Verbundprojektes „Molekulare Mechanismen bei malignen Lymphomen“ ist es daher, das Verständnis für bösartige Lymphome zu erweitern und dadurch die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern. In dem bundesweiten Verbundprojekt forschen Ärzte und Wissenschaftler aus 15 verschiedenen Institutionen gemeinsam. „Durch die enge Verzahnung unterschiedlicher wissenschaftlicher Ansätze aus Klinik und Forschung entsteht ein Mehrwert, der von keiner Arbeitsgruppe allein erreichbar wäre“, betonte Professor Trümper.

„Wir wollen neue Gene identifizieren und so wirkungsvollere Diagnose- und Therapieansätze erarbeiten“, erklärte der Mediziner. Dazu werden aktuelle molekularbiologische Forschungsergebnisse über Lymphomzellen eng mit klinischen und pathologischen Patientendaten aus Therapiestudien verknüpft. Die Ergebnisse sollen in einer umfangreichen Verbunddatenbank zusammengefasst werden, die in ihrer Komplexität einmalig ist und auch international für die Behandlung maligner Lymphome eine wichtige Grundlage bilden wird.

Dieses Verbundprojekt ist das jüngste Beispiel aus einer Reihe von multizentrischen Forschungsvorhaben, welche die Deutsche Krebshilfe ins Leben gerufen hat und finanziert. Weitere Verbundprojekte befassen sich mit dem erblichen Brust- und Darmkrebs, dem Bauchspeicheldrüsenkrebs, dem Barrett-Karzinom, einer bösartigen Erkrankung der Speiseröhre, sowie mit der Immuntherapie von Krebserkrankungen. „Ein wesentlicher Vorteil dieser interdisziplinären Verbundprojekte liegt darin, dass wir einen deutlich größeren Erkenntnisgewinn im Vergleich zu Einzelprojekten erhalten“, erklärte Gerd Nettekoven, Geschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

Maligne Lymphome sind eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems, die eine sehr heterogene Gruppe darstellen. Grund hierfür ist die große Anzahl verschiedener Lymph- und Abwehrzellen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten ihrer Entwicklung entarten und zu einer Krebserkrankung führen können. Durch feingewebliche Untersuchungen von Lymphknoten und Lymphgeweben lassen sich die verschiedenen Krankheitsbilder aus dem Kreis der bösartigen Lymphome identifizieren und den Untergruppen „Morbus Hodgkin“ oder „Non-Hodgkin-Lymphom“ zuordnen. Jährlich erkranken rund 15.000 Menschen an einem bösartigen Lymphom. Während nahezu 90 Prozent der Patienten mit Morbus Hodgkin geheilt werden können, liegen die Heilungschancen bei vielen Non-Hodgkin-Lymphomen immer noch bei nur rund 50 Prozent.

| Deutsche Krebshilfe e.V.
Weitere Informationen:
http://www.krebshilfe.de

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