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Krebstherapie gegen Fettsucht

11.05.2004


Abspecken mit Brutal-Methode: Fettgewebe kriegt kein Blut mehr



Eine radikale Abspeck-Therapie haben der amerikanische Forscher Mikhail Kolonin und sein Team von der Universität von Texas und dem Baylor College of Medicine entwickelt: Mit Hilfe einer für Krebs eingesetzten Therapie, bei der Blutgefässe zerstört werden, sollen Fettgewebe förmlich ausgehungert werden, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature. Im Mäuseversuch war die nicht ganz alltägliche Therapie jedenfalls erfolgreich.



Die Forscher glauben, damit die wachsende Zahl an Fettleibigen eindämmen zu können. Die Therapie basiert darauf, die Blutzufuhr zum Krebsgeschwür zu unterbinden, indem die Blutgefässe zerstört werden. Der Tumor erhält dann nicht mehr die zum Wachsen notwendige Versorgung und stirbt ab. Das gleiche soll auch bei den Fettgeweben passieren. Dadurch könnten, so hoffen die Forscher, viele nachfolgende Krankheiten wie etwa Diabetes und Herz- Kreislaufkrankungen aber auch Krebs verhindert werden.

Bei den Labormäusen, die zunächst mit Hilfe einer Spezialbehandlung fettleibig wurden, führte die regelmäßige Injektion des Moleküls unter die Haut zu einem Rückgang des Appetits und danach zu einem Gewichtsverlust von 30 Prozent. Bei dem Wirkstoff, der diese Wandlung von dick zu dünn verursacht, handelt es sich um ein Peptid, das an ein Protein namens Prohibitin auf der Zelloberfläche der Blutgefäße binden kann. Wird nun das Peptid mit einem weiteren Peptid gekoppelt, so wird dabei den Zellen das Signal zum Selbsttod (Apoptose) gegeben. "Der Versuch deutet auf ein großes Potenzial hin", so Peter Carmeliet, Biologe am Flanders Interuniversity Institute for Biotechnology. "Fettzellen wachsen nämlich in viel größeren Maßen als dies etwa Tumore tun", stellt der Experte fest. Daher eigne sich diese Therapie wahrscheinlich wesentlich besser gegen Fettleibigkeit als gegen Krebs.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nature.com

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