Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Behandlungsansatz für berufsbedingte Dystonie

10.05.2004


Vibrierende Sonde hilft dem Gehirn sich neu zu organisieren



Britische Wissenschaftler haben eine Untersuchung gestartet, die Klarheit über eine mysteriöse Erkrankung bringen soll, von der das Gehirn eines von zehn Musikern betroffen ist. Die so genannte berufsbedingte Dystonie führt zu unfreiwilligen Muskelkrämpfen in der Hand. Allgemein sind vor allem Berufe betroffen, die eine hohe Präzision bei der Durchführung bestimmter Bewegungen erfordern. Besonders häufig handelt es sich dabei um Musiker. Die Wissenschaftler des Institute of Neurology und des National Hospital for Neurology and Neurosurgery arbeiten an der Entwicklung neuer Behandlungsansätze.

... mehr zu:
»Dystonie


Experten gehen davon aus, dass die berufsbedingte Dystonie durch eine Überspezialisierung des Gehirns für die Durchführung ganz bestimmter Bewegungen verursacht wird. Diese Überspezialisierung führt dazu, dass es dem Gehirn erschwert wird, neue, flexiblere Bewegungen zu lernen. Musiker wurden für die Studie ausgewählt, da viele von ihnen bereits sehr früh mit dem Üben beginnen. Also zu einem Zeitpunkt, an dem das Gehirn für Veränderungen noch sehr empfänglich ist. Es kann dabei zu Veränderungen kommen, die auf einem Gehirn-Scan sichtbar gemacht werden können. Bei Musikern, die Blasinstrumente spielen, kann es zusätzlich zu einem Verlust der Kontrolle über die Muskulatur rund um den Mund kommen.

Die Wissenschaftlerin Karin Rosenkranz geht davon aus, dass es bei einem zu hohen Grad an Spezialisierung zu permanenten Veränderungen kommt. Ungeklärt sei jedoch laut BBC, warum nur fünf bis zehn Prozent der Musiker von dieser Krankheit betroffen sind. "Es könnte sein, dass diese Gruppe über weitere minimale Veränderungen im Gehirn verfügt, die zu einer zu großen Spezialisierung in einem Bereich führen." Der Neurophysiologe John Rothwell erwartet eine neue und kostengünstige Möglichkeit der Behandlung, die eine neue Verdrahtung ermöglicht und so das Entstehen der Muskelkrämpfe verhindert. Der derzeitige Behandlungsansatz basiert auf der Stimulierung einzelner Muskeln mit einer sanft vibrierenden Sonde. "Wir versuchen, das Gehirn wieder dazu zu bringen, sich auf etwas anderes zu konzentrieren, als auf das Üben mit einem Musikinstrument."

Bei Tests mit gesunden Freiwilligen wurde das vibrierende Gerät für rund 15 Minuten in einer Hand platziert. Entscheidend dabei ist die Konzentration auf die Wahrnehmung dieser Bewegung. Sie hilft dem Gehirn sich wieder neu zu organisieren. Verbesserungen zeigten sich bis zu einer Stunde nach der Behandlung. Es wird erwartet, dass diese Veränderungen nach einer Reihe von Sitzungen permanent werden. Langfristig hoffen die Wissenschaftler, dass dieser Behandlungsansatz auch bei anderen Krankheitsbildern wie Gehirnverletzungen und Schlaganfällen eingesetzt werden kann.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ion.ucl.ac.uk
http://www.uclh.org/about/nhnn.shtml

Weitere Berichte zu: Dystonie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neues Hydrogel verbessert die Wundheilung
25.04.2017 | Universität Leipzig

nachricht Konfetti im Gehirn: Steuerung wichtiger Immunzellen bei Hirnkrankheiten geklärt
24.04.2017 | Universitätsklinikum Freiburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Pharmacoscopy: Mikroskopie der nächsten Generation

25.04.2017 | Medizintechnik

Astronomen-Team findet Himmelskörper mit „Schmauchspuren“

25.04.2017 | Physik Astronomie

Heiß & kalt – Gegensätze ziehen sich an

25.04.2017 | Physik Astronomie