Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hörschäden vorbeugen und erkennen

25.05.2001


Der Deutsche Berufsverband der HNO-Ärzte hat sich vor allem die Prävention und Früherkennung von Hörschäden auf die Fahnen geschrieben. Neben erfolgreich etablierten Kampagnen, die weitergeführt werden, starten zur Zeit weitere Aktionen, um der Bevölkerung "Hörbewusstsein" zu vermitteln und so Hörschäden vorzubeugen. Dies berichten Experten auf der Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie.

... mehr zu:
»Hörschaden

(Hamburg) In Deutschland haben mittlerweile schätzungsweise 14 Millionen Menschen einen Hörschaden - und die Zahlen werden in den nächsten Jahren weiter steigen. Studien belegen, dass das Hörvermögen bereits bei jedem vierten jungen Menschen beeinträchtigt ist.

"Dieser Entwicklung wollen wir HNO-Ärzte nicht tatenlos zusehen", erklärt Dr. Hans-Udo Homoth, der 1. Vorsitzende des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte. Schon lange fordern die Mediziner darum Pegelbegrenzungen in Diskotheken, bei Konzerten und tragbaren Musikwiedergabe-Geräten (Walkmen).


Da die Mühlen des Gesetzgebers aber nur langsam mahlen, setzen die HNO-Ärzte darüber hinaus auf Vorbeugung durch Information sowie auf Früherkennung von Hörschäden. Auf diesem Gebiet arbeitet der Berufsverband mit der Fördergemeinschaft Gutes Hören und dem Deutschen Grünen Kreuz zusammen.

Erfolgreich gestartet ist im vergangenen Jahr die bundesweite Schulkampagne "Take care of your ears" unter der Schirmherrschaft von Peter Maffay. Bislang haben rund 4000 Lehrer die Unterrichtseinheit angefordert, 400 HNO-Ärzte und 1000 Hörgeräte-Akustiker unterstützen die Lehrer durch Vorträge, um den Schülern frühzeitig Hörbewusstsein zu vermitteln und die Kids zu einem hörschonenden Verhalten zu motivieren. Inzwischen haben sich weitere Verbände dieser Aktion angeschlossen. So kann sie auch in diesem Jahr weiterlaufen. Das Material für 5000 weitere Schulen liegt abrufbereit.

Im August startet ein weiteres Pilotprojekt, die Hörtour. Zunächst in 25 deutschen Städte werden Experten in einem ausgebauten Truck die Bevölkerung auf öffentlichen Plätzen über das Thema "Hören" informieren. Ebenfalls im Sommer starten Aktionen in ausgewählten Diskotheken. Die jugendlichen Gäste sollen über Lärmschäden und Lärmschutz informiert werden. Auch Hörtests werden angeboten.

Ein weiteres Projekt sind "Hör-Erlebnis-Nachmittage für Senioren", die zur Zeit als Pilotveranstaltungen im Umkreis von Marburg und Gießen in Senioren-Treffpunkten und anderen Einrichtungen für ältere Bürger erprobt werden. Im Spätherbst sind weitere Veranstaltungen bundesweit geplant.

Fest etabliert und sehr erfolgreich ist ein Beratungstelefon, an dem seit über einem Jahr Experten jeden Mittwoch zwischen 14 und 16 Uhr interessierte Bürger informieren. Im Schnitt nutzen pro Woche 270 Menschen dieses Beratungsangebot. Ein HNO-Arzt ist unter der Telefonnummer 0800/0112 113 erreichbar.

Ausweitung der Früherkennung von Kehlkopfkrebs

Sorgen bereiten den HNO-Ärzten jedoch nicht nur die steigenden Zahlen schwerhöriger Menschen. Jährlich erkranken in Deutschland schätzungsweise 10.000 Männer und 3.000 Frauen an einem Tumor im Mund- und Rachenraum oder an Kehlkopfkrebs. Seit den siebziger Jahren steigen die Erkrankungszahlen. Denn Alkohol und Rauchen sind die wichtigsten Risikofaktoren.

Werden die Tumoren im Frühstadium durch nicht-invasive endoskopische Untersuchung der oberen Luft- und Speisewege rechtzeitig entdeckt, können die Ärzte den Kehlkopf erhalten. Das veränderte Gewebe wird schonend, etwa per Laser, abgetragen. Darum halten die HNO-Ärzte eine solche Untersuchung bei Risikopatienten für sinnvoll.

Die HNO-Ärzte haben begonnen, mit Krankenkassen über die Kostenübernahme von Screening-Untersuchungen zu verhandeln. "Bei einigen Kassen sind wir auf Interesse gestoßen. Sie planen, diese Untersuchungen ihren Versicherten ab dem Spätherbst anzubieten", so Homoth.

Pressekonferenz
Freitag, 25. Mai 2001, 13.00 Uhr
Raum "Planten und Blomen", CCH, Am Dammtor, Hamburg

Pressestelle: Barbara Ritzert, ProScientia GmbH
Andecheser Weg 17; 82343 Pöcking; Tel.: 08157/93 97-0; Fax: 08157/93 97-97;
e-mail: ritzert@proscientia.de


Rückfragen an:
Dr. med. Hans-Udo Homoth
1. Vorsitzender des Deutschen Berufs-
verbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.,
Bundesgeschäftsstelle
Haart 221, 24539 Neumünster
Tel. (0 43 21) 9 72 50; Fax (0 43 21) 97 25 41
E-Mail: bv@hno-aerzte.de

Dipl. Biol. Barbara Ritzert | idw

Weitere Berichte zu: Hörschaden

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Immunsystem: Wer lockt die Polizisten auf Streife?
17.02.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Erstmals Herzpflaster aus Stammzellen für die Anwendung an Patienten mit Herzmuskelschwäche
17.02.2017 | Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung