Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Software-Assistenten aus dem Forschungsverbund VICORA

23.05.2001


Dank immer leistungsfähigerer Rechner hält die Computerunterstützung zunehmend Einzug in die Röntgendiagnostik. Neue Software-Assistenten gestatten es Radiologen in der Klinik, die Diagnostik individueller Organe zu verfeinern, ohne dabei in den menschlichen Körper eindringen zu müssen. Dadurch werden letztlich auch operative Eingriffe risikoärmer, und Chirurgen wird die räumliche Orientierung bei schwierigen Operationen erleichtert.


Wiesbaden, 22. Mai 2001 Computertomographie (CT)- und Magnetresonanztomographie (MRT)-basierten 3D-Visualisierungen von Organen, die bislang nur der Operation oder zumindest eingreifenden Untersuchungsverfahren zugänglich waren, gehört die Zukunft. Denn die 3D-Bilder ersetzen mehr und mehr diese eingreifenden Verfahren wie Spiegelungen oder Katheteruntersuchungen. Andererseits bedeutet dies, dass Radiologen heutzutage mit Hunderten von CT- und MRT-Schnittbildern konfrontiert werden, die ohne Computerunterstützung kaum mehr zu bewältigen sind. Hier helfen neue Software-Assistenten, die den Radiologen überdies intelligente Werkzeuge zur Bildanalyse zur Verfügung stellen, mit deren Hilfe sie Organausdehnungen oder Hohlräume vermessen können. So werden im Rahmen von VICORA Software-Assistenten für Leber, Lunge und Blutgefässe entwickelt.
Hinter VICORA verbirgt sich das "Virtuelle Institut für Computerunterstützung in der klinischen Radiologie", das sich real aus sechs über das Bundesgebiet verteilten Kliniken zusammensetzt (Aachen, Bremen, Hannover, Mainz und Marburg) und von MeVis, Centrum für Medizinische Diagnosesysteme und Visualisierung an der Universität Bremen, koordiniert wird. Innerhalb von VICORA wird mittels moderner IT -Technologien kommuniziert und kooperiert. Die hochgradige Vernetzung potenziert einerseits den interdisziplinären Austausch und erlaubt andererseits eine praxisnahe, an den klinischen Alltag gebundene Erprobung der Software-Assistenten. Als industrielle Partner sind MeVis Technology und Siemens beteiligt. Träger des mit neun Millionen Mark vom BMBF geförderten Forschungsverbundes ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
Die am weitesten gediehene Anwendung von VICORA ist die computerunterstützte Planung der Leberlebendspende. Sie wird derzeit an der Medizinischen Hochschule Hannover in der Abteilung für Diagnostische Radiologe (Leiter: Prof. Dr. Michael Galanski) erprobt. Ein von MeVis eigens entwickelte Software erleichtert die Suche nach geeigneten Lebendspendern im Verwandtenkreis von schwerkranken Patienten. Bei der Vorbereitung einer lebensrettenden Lebertransplantation - Ähnliches gilt für die Nierenverpflanzung - bedienen sich die Ärzte immer öfter der Lebendorganspende, weil es zu wenig Organe von verstorbenen Spendern gibt.

Bei der Lebendspende kommt es auf die Ermittlung von "passgenauen" Spenderorganen an. Die zu transplantierende Teilleber darf für die Spenderseite nicht zu groß und für die Empfängerseite nicht zu klein sein, um sowohl beim Spender als auch beim Empfänger eine ausreichende Menge funktionsfähigen Gewebes zu gewährleisten. Das Ziel der Bemühungen leuchtet unmittelbar ein: Je weniger zusätzliche Risiken einem Spender zugemutet werden müssen, umso eher haben die Ärzte bei ihrem Werben für die Lebendspende Erfolg. Ethischen Bedenken bei der Lebendspende ist vorgebeugt, da Spender aus dem Familienkreis stammen, also Eltern, Kinder, Geschwister oder Ehepartner. Über die Auswahl wacht eine spezielle Ethik-Kommission.

Öffentlichkeitsarbeit:
Dr. Friedrich Hansen, Tel + Fax: +49-404801872
E-Mail: friedrich.hansen@mevis.de

Dr. Markus Lang
Tel: +49-421-218-7581/2439
Fax: +49-421-218-4236
E-Mail: mlang@mevis.de
MeVis Universitätsallee 29
D-28359 Bremen, Germany

Dr. med. Friedrich Hansen | idw

Weitere Berichte zu: Forschungsverbund Lebendspende Luft- und Raumfahrt VICORA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten