Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Masernviren können innere Blutungen auslösen

23.05.2001


Eine Erkrankung mit Masern kann mit schweren, häufig tödlich verlaufenden Komplikationen einhergehen. Oft befallen die Masernviren bestimmte Zellen in den Blutgefäßen, was einerseits zum typischen Hautausschlag, andererseits zu mehr oder weniger ausgeprägten inneren Blutungen führt. Für diese Vorgänge interessieren sich Virologen von der Universität Würzburg.


Eine Infektion mit Masernviren bewirkt, dass die Immunabwehr des Körpers vorübergehend stark unterdrückt ist. Dadurch wird der Kranke anfällig für zusätzliche Infektionen, und das endet besonders für Kinder oft tödlich, vor allem in Ländern mit schlechter medizinischer Versorgung.

Die häufigsten Komplikationen, die bei einer Maserninfektion auftreten, sind Mittelohr-, Lungen- oder Gehirnentzündungen und Durchfall. Bei manchen Masernformen und bei einigen der damit verbundenen Komplikationen, darunter eine stets tödlich verlaufende Gehirnentzündung ("Subakute sklerosierende Panenzephalitis"), gibt es eine Besonderheit: Die Masernviren befallen dann nämlich die Endothelzellen. Dabei handelt es sich um die Zellen, die das Innere der Blutgefäße auskleiden.


Wenn diese Zellen infiziert werden, dann aktiviert dieser Vorgang das Immunsystem und es kommt zu Entzündungen. Je nach dem Ausmaß der Entzündung und der damit verbundenen Schädigung des Gewebes stellen sich Blutungen in der Haut und in anderen Organen ein.

Die Wechselwirkung von Masernviren mit den Endothelzellen wird in der Arbeitsgruppe von Dr. Jürgen Schneider-Schaulies am Institut für Virologie und Immunbiologie der Uni Würzburg untersucht. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Projekt.

Die Wissenschaftler haben bereits einen Masernstamm gefunden, der die Endothelzellen viel besser infizieren kann als andere Stämme. Nun untersuchen sie, auf welchen molekularen Grundlagen diese besondere Fähigkeit basiert.
Außerdem interessieren sie sich dafür, ob es in einem infizierten Menschen besondere Vorbedingungen gibt, die einen verstärkten Befall der Endothelzellen erst möglich machen. "Das könnte zum Beispiel eine Überempfindlichkeit des Patienten oder eine gleichzeitige Infektion mit einem anderen Krankheitserreger sein", so Dr. Schneider-Schaulies.

Die Würzburger Forscher wollen auch herausfinden, ob die Infektion von Endothelzellen der Grund dafür ist, dass aus dem Blut von Masernpatienten weiße Blutkörperchen (Leukozyten) verschwinden: Die Kranken haben nämlich bis zu 50 Prozent weniger Leukozyten im Blut als normal, und das trägt vermutlich zur Unterdrückung ihres Immunsystems bei.

Weitere Informationen: Dr. Jürgen Schneider-Schaulies, T (0931) 201-3895, Fax (0931) 201-3934, E-Mail:
jss@vim.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Endothelzelle Infektion Masernvire

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neurorehabilitation nach Schlaganfall: Innovative Therapieansätze nutzen Plastizität des Gehirns
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

nachricht Die Parkinson-Krankheit verstehen – und stoppen: aktuelle Fortschritte
25.09.2017 | Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste lichtgetriebene Stromquelle der Welt

Die Stromregelung ist eine der wichtigsten Komponenten moderner Elektronik, denn über schnell angesteuerte Elektronenströme werden Daten und Signale übertragen. Die Ansprüche an die Schnelligkeit der Datenübertragung wachsen dabei beständig. In eine ganz neue Dimension der schnellen Stromregelung sind nun Wissenschaftler der Lehrstühle für Laserphysik und Angewandte Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) vorgedrungen. Ihnen ist es gelungen, im „Wundermaterial“ Graphen Elektronenströme innerhalb von einer Femtosekunde in die gewünschte Richtung zu lenken – eine Femtosekunde entspricht dabei dem millionsten Teil einer milliardstel Sekunde.

Der Trick: die Elektronen werden von einer einzigen Schwingung eines Lichtpulses angetrieben. Damit können sie den Vorgang um mehr als das Tausendfache im...

Im Focus: The fastest light-driven current source

Controlling electronic current is essential to modern electronics, as data and signals are transferred by streams of electrons which are controlled at high speed. Demands on transmission speeds are also increasing as technology develops. Scientists from the Chair of Laser Physics and the Chair of Applied Physics at Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) have succeeded in switching on a current with a desired direction in graphene using a single laser pulse within a femtosecond ¬¬ – a femtosecond corresponds to the millionth part of a billionth of a second. This is more than a thousand times faster compared to the most efficient transistors today.

Graphene is up to the job

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Im Spannungsfeld von Biologie und Modellierung

26.09.2017 | Veranstaltungen

Archaeopteryx, Klimawandel und Zugvögel: Deutsche Ornithologen-Gesellschaft tagt an der Uni Halle

26.09.2017 | Veranstaltungen

Unsere Arbeitswelt von morgen – Polarisierendes Thema beim 7. Unternehmertag der HNEE

26.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Europas erste Testumgebung für selbstfahrende Züge entsteht im Burgenland

26.09.2017 | Verkehr Logistik

Nerven steuern die Bakterienbesiedlung des Körpers

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit künstlicher Intelligenz zum chemischen Fingerabdruck

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie