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Erfolgreiche Transplantation eines Meniskus

23.05.2001


Prof. Dr. med. Christoph Josten


Weltweit nur an wenigen Zentren möglich


Diese Operation stellt momentan noch die einzige Möglichkeit dar, einen Meniskus komplett zu ersetzen. Bedingt durch den hohen organisatorischen Aufwand und den damit verbundenen Kosten sowie die noch begrenzte Erfahrung mit dieser Operationsmethode beschränkt sich dieser Eingriff zur Zeit auf einige Zentren.


An der Klinik und Poliklinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie der Universität Leipzig wurde vor 10 Wochen eine Meniskustransplantation vorgenommen. Einem jungen Mann konnte so die Chance gegeben werden, einen fortschreitenden Gelenkverschleiß und die damit verbundenen Schmerzen aufzuhalten.

Im April 2000 zog sich der damals 20jährige Patient bei einem Motorradunfall einen Kreuzbandriss und eine irreparable Meniskusverletzung zu. Nachdem er zunächst in einem auswärtigen Krankenhaus versorgt wurde, kam er in die Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie von Prof. Dr. med. Christoph Josten.

In einer ersten Operation versorgten die Unfallchirurgen das hintere Kreuzband, das mit Hilfe eines Arthroskops - also unter endoskopischer Sicht durch Sehnentransplantate ersetzt wurde. Der Innen-Meniskus, der als eine Art Puffer im Gelenk dient, war vollständig abgerissen und konnte nicht wieder angenäht werden. Fehlt dieser Puffer, kommt es zwangsläufig zu schweren Abnutzungserscheinungen (Arthrose) des Kniegelenks, verbunden mit schmerzhaften Bewegungseinschränkungen.

In einer zweiten Operation ersetzte man deshalb zunächst das vordere Kreuzband und anschließend den vorher entfernten Meniskus durch ein sogenanntes allogenes Meniskus-Transplantat. Dabei handelt es sich um den Meniskus eines Spenders, der nicht verwandt mit dem Empfänger ist. Dennoch ist eine Immunsuppression wie bei anderen Organtransplantationen nicht erforderlich.

Diese Operation stellt momentan noch die einzige Möglichkeit dar, einen Meniskus komplett zu ersetzen. Bedingt durch den hohen organisatorischen Aufwand und den damit verbundenen Kosten sowie die noch begrenzte Erfahrung mit dieser Operationsmethode beschränkt sich dieser Eingriff zur Zeit auf einige Zentren.

Dem Patienten geht es zehn Wochen nach der Operation gut und er kann sein Bein voll belasten. Obwohl die erste Operation sehr vielversprechend verlaufen ist, müssen weitere klinische Erfahrungen gesammelt werden, bis wissenschaftlich gesicherte Aussagen möglich sind.

Weitere Informationen sind über das Sekretariat von Professor Josten, Telefon 0341 97 17 300, zu erhalten.

Dr. Bärbel Adams | idw

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