Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Laser erspart Luftröhrenschnitt

26.04.2004


Bei der Entfernung von Kehlkopf- oder Rachentumoren kommt heute der CO2-Laser zum Einsatz - Chemnitzer Chefarzt stellt das für Patienten schonendere Verfahren vor

Mit Hilfe des CO2-Lasers können heute in der Medizin Tumore im Kehlkopf- und Rachenbereich entfernt werden, ohne dass der Hals von außen chirurgisch geöffnet werden muss. Am Mittwoch, 28. April 2004, wird an der TU Chemnitz Privatdozent Dr. med. habil. Jens Oeken erwartet. Der Chefarzt der Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie, des Klinikums Chemnitz spricht ab 17.30 Uhr im Hörsaal 201, Straße der Nationen 62 (Böttcher-Bau), zum Thema "Einsatz des CO2-Lasers in der Chirurgie des Kehlkopf- und Rachenbereiches". Eingeladen sind alle medizinisch Interessierten aus Stadt und Region. Der Eintritt ist frei.

Hintergrund: CO2-Laser

Der CO2-Laser hat die Eigenschaft, biologisches Gewebe direkt an der Oberfläche zu durchtrennen. Dies wird durch die Umwandlung von Licht- in Wärmeenergie möglich. Das langwellige Licht des CO2-Lasers (10 600 Nanometer) hat eine extrem geringe Eindringtiefe in Wasser, seine Energie wird in 0,01 Millimeter Tiefe schon nahezu vollständig absorbiert.

Durch Kombination mit bereits etablierten transoralen endoskopischen Verfahren gelang es, den Laserstrahl durch ein starres Endoskop (Laryngoskop) in den Kehlkopf und den tiefen Rachenabschnitt zu richten. Dort lässt er sich mit Hilfe eines speziellen Spiegelsystems (Mikromanipulator) unter Kontrolle des Operationsmikroskopes bewegen. Das Laryngoskop wird dabei über die Mundhöhle eingeführt und in den Rachen- bzw. Kehlkopfbereich vorgeschoben. Damit ist eine berührungslose und extrem blutungsarme Entfernung von Gewebeanteilen im Kehlkopfinneren möglich, ohne dass der Hals von außen chirurgisch geöffnet werden muss.

Diese Technologie, die sich seit Ende der 1980-er Jahre an den meisten deutschen HNO-Kliniken durchgesetzt hat, führte zu einer völlig neuen, minimal-invasiven Behandlungsmöglichkeit von bösärtigen Tumoren des Kehlkopfes und Rachenbereiches. Diese Tumoren machen mehr als zwei Drittel aller bösartigen Tumoren im HNO- Fachgebiet aus. Die onkologische Ergebnisse sind im Vergleich zu den konventionell-chirurgischen Verfahren (Schnitt von außen durch die Haut, Entfernung der Tumoranteile nach Öffnung des Kehlkopfes, meist verbunden mit Luftröhrenschnitt) gleichwertig, für den Patienten aber deutlich schonender.

Weitere Informationen gibt PD Dr. med. habil. Jens Oeken, Chefarzt der Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Klinikum Chemnitz, unter Telefon (03 71) 33 33 43 00 oder per E-Mail jens.oeken@skc.de .

Alexander Friebel | TU Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/

Weitere Berichte zu: CO2-Laser Luftröhrenschnitt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Herzerkrankungen: Wenn weniger mehr ist
30.03.2017 | Universitätsspital Bern

nachricht Stoßlüften ist besser als gekippte Fenster
29.03.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE