Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Therapeutische Impfstoffe für die Krebs-Therapie

21.04.2004


BMBF-Initiative: VPM organisiert klinische Entwicklung für Prostata-Krebs

Die Vakzine Projekt Management GmbH (VPM), Braunschweig, hat vom Memorial Sloan-Kettering Cancer Center, New York, eine weltweite exklusive Lizenz für Patente erworben, die verschiedene genetisch veränderte Zelllinien umfassen. Diese Zelllinien sind in der Lage, das Immunsystem von Krebspatienten zu stimulieren. Auf dieser Grundlage will die VPM zusammen mit klinischen Partnern einen therapeutischen Impfstoff gegen Krebs entwickeln. Der Fokus liegt dabei zunächst auf Prostata-Krebs, der häufigsten Tumorerkrankung bei Männern über 50 Jahre und dritthäufigste Todesursache bei Krebserkrankungen allgemein. Zu einem späteren Zeitpunkt soll das Behandlungskonzept auf Haut- und Nierenkrebs ausgedehnt werden.

Die viel versprechende Technologie wurde von Prof. Dr. med. Bernd Gänsbacher, Institut für Experimentelle Onkologie und Therapieforschung am Klinikum Rechts der Isar, Technische Universität München, während seiner Tätigkeit am Memorial Sloan-Kettering Cancer Center entwickelt. Die VPM wurde im Rahmen der Impfstoffinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gegründet und wird mit der TU München und der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) als BMBF-Projektträger klinische Studien zunächst an Prostata-Krebs-Patienten organisieren.

"Bisher wird bei Prostata-Krebs der Tumor operativ entfernt. Treten Metastasen auf, so sind weitere chirurgische Eingriffe und eine Hormontherapie erste Wahl. Bei rund 30 % der Patienten bewirkt jedoch weder diese Behandlung noch eine Chemotherapie oder Bestrahlung einen dauerhaften Erfolg", erklärt Prof. Gänsbacher. "Wir setzen daher auf einen therapeutischen Impfstoff. Dazu verwenden wir Zellen, die von einem Prostata-Krebs-Patienten stammen und die wir genetisch verändert haben. In die Zellen haben wir die Gene für Interferon-Gamma und Interleukin-2 eingeführt. Das Interferon sorgt dafür, dass die Tumorantigene dem Immunsystem besser zugänglich werden, was zu einer effektiveren Immunantwort führt. Das Interleukin-2 verstärkt die Aktivität von bestimmten T-Zellen, die in der Lage sind, die Krebszellen zu töten." Im Gegensatz zu unveränderten Zellen können diese so genannten LNCaP-Zellen in ihrer unmittelbaren Umgebung die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers mobilisieren und so den Tumor bekämpfen.

"Jährlich werden in Europa und den USA rund 400 000 neue Fälle von Prostata-Krebs verzeichnet. Unsere Technologie werden wir später anpassen, um weitere Krebserkrankungen bekämpfen zu können. Die schlechte Prognose vieler Patienten zeigt, dass ein großer medizinischer Bedarf nach einer wirkungsvollen und dauerhaften Therapie besteht", sagt VPM-Geschäftsführer Dr. Albrecht Läufer. "Erfolgreiche therapeutische Impfstoffe wie unsere LNCaP-Zellen haben auch ein erhebliches wirtschaftliches Potenzial." Ziel der VPM ist zunächst der Nachweis der Wirksamkeit in der klinischen Phase II und später eine Auslizenzierung an Industriepartner.

Projektpartner

Die Vakzine Projekt Management GmbH (www.vakzine-manager.de) in Braunschweig organisiert und finanziert bundesweit die präklinische und klinische Entwicklung von Impfstoffen sowie verwandten Produkten. Die VPM entstand aus der Impfstoffinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Am Institut für Experimentelle Onkologie und Therapieforschung am Klinikum Rechts der Isar in München werden Gentherapiestrategien gegen Krebs evaluiert.

Die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung in Braunschweig ist das Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft für Infektionsforschung und Projektträger der Impfstoffinitiative.

Thomas Gazlig | GBF
Weitere Informationen:
http://www.med.tu-muenchen.de/studinf/onkologie.html
http://www.gbf.de

Weitere Berichte zu: BMBF Impfstoff Prostata-Krebs VPM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Lymphdrüsenkrebs programmiert Immunzellen zur Förderung des eigenen Wachstums um
22.02.2018 | Wilhelm Sander-Stiftung

nachricht Forscher entdecken neuen Signalweg zur Herzmuskelverdickung
22.02.2018 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von Hefe für Demenzerkrankungen lernen

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Sektorenkopplung: Die Energiesysteme wachsen zusammen

22.02.2018 | Seminare Workshops

Die Entschlüsselung der Struktur des Huntingtin Proteins

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics