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Probiotische Ernährung auch gut für Hühner

13.04.2004


Freundliche Bakterien machen Hühnerfleisch sicherer



Probiotische Nahrungsergänzungsmittel sollen auch für Hühner nachhaltige Wirkung haben: Nach neuesten Untersuchungen von Forschern des Institute of Food Research in Norwich können diese das Hühnerfleisch sicherer machen, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature.

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Die Vorteile probiotischer Nahrungsmittel sind beim Menschen hinreichend bekannt. Dass sie aber auch bei Tieren nachhaltige Wirkung entfalten können, ist neu. In Versuchen an Hühnern, denen Lactobacillus johnsonii Bakterien verabreicht wurden, verschwanden etwa die gefährlichen Clostridium perfringens Bakterien aus dem Verdauungsapparat. "Wir haben nur einen einzigen Bakterienstamm verabreicht und konnten damit ein gefährliches Pathogen eliminieren", so Arjan Narbad vom Institute of Food Research. Clostridium-Bakterien machen Hühner dünn und kränklich und sie zählen zu den fünf häufigsten Erregern von Lebensmittelvergiftungen beim Menschen.

Doch die probiotische Nahrung bekämpft offensichtlich auch noch andere Pathogene wie zum Beispiel die Campylobacter-Bakterien. Infektionen durch Bakterien der Gattung Campylobacter sind weltweit verbreitet. In der warmen Jahreszeit treten diese Erkrankungen auch in Europa vermehrt auf. Nach Fall-Kontroll-Studien in Norwegen, Schweden, den Niederlanden, den USA und Dänemark bilden unzureichend erhitztes oder rekontaminiertes Geflügelfleisch und -produkte, nicht aber Eier, die Hauptinfektionsquelle. Weitere Infektionsquellen sind nicht pasteurisierte Milch, kontaminiertes, nicht gechlortes Trinkwasser und Heimtiere. Campylobacter-Infektionen nehmen offensichtlich stark zu, berichtet das Berliner Robert Koch-Institut.

Nach den Untersuchungen der britischen Forscher haben Lactobacillus-Bakterien auch einen schwachen Positiveffekt gegen das gefährliche E. coli-Bakterium. Darüber hinaus sind die Wissenschaftler überzeugt davon, dass die probiotische Nahrung die Tiere viel schneller wachsen lässt, meint etwa die Mikrobiologin Anne McCartney von der University of Reading. Die probiotischen Bakterien sind einfach zu verabreichen, denn sie werden in die Nahrung der Tiere gemischt oder dem Trinkwasser zugefügt.

Wahrscheinlich können die probiotischen Nahrungszusatzmittel auch helfen die Menge an verabreichten Antibiotika zu drosseln, glauben die Forscher. Die große Gefahr sind nämlich zunehmende Resistenzen gegen verschiedene Pathogene. Derzeit untersuchen die Experten auch noch andere probiotische Spezies und ihre Wirkung auf Pathogene. In weiterer Folge sollen die Versuche dann auf Bauernhöfen stattfinden, um zu sehen, ob die positiven Effekte auch dort ähnlich groß sind wie im Labor.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nature.com
http://www.rki.de

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