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Entwicklung eines Meningitis-Mehrfach-Impfstoffes

10.05.2001


Wie die CREATOGEN AG heute bekannt gab, hat das Augsburger Biotech-Unternehmen einen Kooperationsvertrag mit Prof. Dr. Matthias Frosch von der Universität Würzburg, einem der weltweit führenden
Infektiologen, abgeschlossen. Gemeinsam mit Prof. Frosch entwickelt CREATOGEN erstmals einen Mehrfach-Impfstoff gegen die lebensgefährlichen Erreger der bakteriellen Meningitis A, B und C. Das Projekt wird unter anderem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und von der Bayerischen Forschungsstiftung gefördert.

An einer Infektion mit Meningokokken (Neisseria meningitidis), die unter anderem Hirnhautentzündung (Meningitis) verursachen, erkranken allein in Deutschland jährlich über 700 und in den USA über 3000 Menschen. Etwa zehn Prozent der Patienten sterben trotz Antibiotika-Behandlung in der frühen Infektionsphase, so Prof. Frosch. Bei 30 Prozent der Überlebenden entwickeln sich bleibende neurologische Schäden, die sich durch Taubheit, Lähmungen oder Lernbehinderungen bemerkbar machen.

Die zur Zeit verfügbaren Impfstoffe rufen keine anhaltende Immunität hervor oder schützen nur gegen bestimmte Varianten des Bakteriums. "Unsere Impfstoffentwicklung zielt auf eine lang anhaltende Immunisierung gegen alle bekannten Subtypen des Erregers", erklärt Dr. Heiko Apfel, Wissenschaftsvorstand der CREATOGEN AG. Mit Hilfe modernster Biochip-Technologien liefert die Forschergruppe am Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Uni Würzburg die notwendigen molekularbiologischen und epidemiologischen Informationen über die Meningitis-Erreger. CREATOGEN steuert insbesondere seine patentierte creaPORT(R)-Impfstoffträgertechnologie bei. Sie basiert auf abgeschwächten (attenuierten), also nicht mehr pathogenen, Bakterien, die optimiert wurden, um eine bestmögliche Immunantwort hervorzurufen.

"Durch den Kooperationsvertrag mit Professor Frosch konnten wir nicht nur einen weiteren renommierten Experten für eine Zusammenarbeit gewinnen, sondern zeigen auch das große Potential und die Flexibilität unserer creaPORT(R)-Technologie. Wir setzen damit konsequent unsere Strategie fort, die Produktentwicklung durch Allianzen mit führenden Forschungseinrichtungen zu stärken und damit schneller voranzutreiben", erläutert Dr. Ian Peter Thrippleton, Vorstandsvorsitzender der CREATOGEN AG. Weitere Kooperationen bestehen mit mehreren Labors an der Universität Würzburg, dem Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin sowie Instituten der Universitäten Erlangen, München und Tübingen.

zur Information Die CREATOGEN AG mit Sitz in Augsburg ist ein produktorientiertes forschendes Biotechnologie-Unternehmen. Auf Basis ihrer patentierten Technologien zur zielgerichteten gentechnischen Programmierung von Bakterien entwickelt der Geschäftsbereich CREATOGEN vaccines neuartige präventive und therapeutische Lebendimpfstoffe gegen Infektionen und chronische Erkrankungen. Der Bereich CREATOGEN diagnostics arbeitet an Diagnostika zur schnellen Identifizierung bakterieller Infektionen bei gleichzeitiger Bestimmung der Resistenz gegen Antibiotika. Das erste Produkt, creaFAST(R) H. pylori, ist seit Anfang 2001 auf dem Markt.

CREATOGENs patentierte creaPORT(R)-Technologie basiert auf attenuierten Bakterien, die als Produzenten und Träger unterschiedlichster Impfantigene für die orale Impfung eingesetzt werden können. Abhängig von der Anwendung können Eigenschaften wie Attenuierung, bakterieller Tropismus, Immunogenität, Antigensynthese und -präsentation gezielt verändert werden, um eine optimale Immunantwort zu erreichen. creaPORT(R) Salmonella wurde bereits erfolgreich im präklinischen Versuch eingesetzt und soll Ende 2001 in klinischen Studien getestet werden. Impfstoffträger auf der Grundlage von Neisseria sind in der Entwicklung.

Kontakt:
Kohtes Klewes communication medical
Dr. Gerd König
Sonnenstraße 17, 80331 München
Tel.: 089/59042-219
koenig.gerd@kohtes-klewes.de

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