Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tumore genau orten und damit früher behandeln: "Falkenauge" verbessert Krebsdiagnostik

10.04.2001


... mehr zu:
»Metastase
Tumore oder Metastasen verraten sich oft bereits im Szintigramm **, wenn bei einer konventionellen Computertomographie * noch keine morphologischen Veränderungen sichtbar sind. Das liegt daran, dass ein
Tumor, bevor er durch morphologische Veränderungen des Gewebes im Röntgenbild sichtbar wird, bereits an seinen erhöhten Stoffwechselaktivitäten identifiziert werden kann. Die gemessenen Stoffwechselaktivität einem Organ oder Bereich zuzuordnen, ist ohne Computertomographie (Röntgenaufnahme) jedoch oft schwierig, die Behandlung verzögert sich.

In der Tübinger Nuklearmedizin (Universitätsklinikum Tübingen ist seit Ende letzten Jahres eines der wenigen Geräte weltweit in Erprobung, bei dem die Vorteile eines Computertomogramms (Röntgenaufnahmen zum Sichtbarmachen morphologischer Strukturen) mit den Vorteilen eines Szintigramms (Sichtbarmachen von Stoffwechselaktivitäten) vereint worden sind. Dafür werden beide Messmethoden in einem Gerät kombiniert, der Computer liefert dann die aus beiden Methoden vereinigten Bilder.

Das Gerät entfaltet in der Praxis seine volle Wirkung, wenn z.B. auf dem Szintigramm eine Stoffwechselaktivität erkennbar ist, die auf einen Tumor oder eine Metastase hinweist, der Chirurg aber wegen der komplizierten anatomischen Verhältnisse z.B. im Kopf, Hals und Brustbereich, nicht operiert, da man den - oft winzigen - Tumor nicht genau orten kann. Früher musste hier oft zugewartet werden, bis sich auch auf den dreidimensionalen Röntgenbildern eine Veränderung zeigte und der Operateur eine genaue Ortsbeschreibung hatte. Der Vorteil der Früherkennung von Metastasen und Tumoren wurde damit teilweise verschenkt.

Durch die Überlagerung der beiden Meßmethoden ist es inzwischen möglich, tumorverdächtige stoffwechselaktive Bereiche so genau zu orten, dass Diagnose und Behandlung frühzeitig eingeleitet werden kann.
Zum Einsatz kommt das neue, "Falken-Auge" genannte Gerät für rund 1,3 Mio Mark bei Erkrankungen im Hals- und Brustbereich (z.B. Schilddrüse), bei Bronchialkarzinomen, bösartigen Knochenveränderungen oder hormonabhängigen Tumoren etc.
Die Tübinger Wissenschaftler, die letztes Jahr eines der ersten, in Haifa (Israel) entwickelten Geräte der Firma General Electrics zur Erprobung erhielten, können nun erste Ergebnisse vorweisen. Zahlreiche Wissenschaftler aus dem In- und Ausland haben inzwischen die Gelegenheit genutzt, sich die in enger Zusammenarbeit mit der Entwicklungsfirma erprobten Untersuchungsmethoden des "Hawk-Eye" vorführen zu lassen.

Ansprechpartner für nähere Informationen

Universitätsklinikum Tübingen
Radiologische Klinik, Abteilung Nuklearmedizin
Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Roland Bares, Tel. 0 70 71 / 29-8 21 79 (ab 17.4. wieder erreichbar)
Fax 0 70 71 / 29-58 69, E-Mail: bares@uni-tuebingen.de

* Computertomographie
bildgebendes röntgensdiagnostisches Verfahren, bei dem der menschliche Körper Schicht für Schicht durchstrahlt wird. Liefert strukturierte, dreidimensionale Röntgenaufnahmen. Es ermöglicht die Darstellung minimaler Dichteunterschiede, z.B. Gewebeveränderungen, Tumoren.

** Szintigraphie
bildgebendes nuklearmedizinisches Verfahren bei dem durch Anwendung radioaktiver Medikamente spezifische Körperfunktionen (z.B. Stoffwechsel) sichtbar gemacht werden.

Dr. Ellen Katz | idw

Weitere Berichte zu: Metastase

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Stoßlüften ist besser als gekippte Fenster
29.03.2017 | Technische Universität München

nachricht Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome
28.03.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten