Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chronische Schmerzen vielfach nicht behandelt

17.03.2004


Patienten fühlen sich nicht optimal betreut



Mindestens die Hälfte der Patienten in Europa mit Muskel- oder Gelenkschmerzen werden nicht behandelt. Für die Studie wurden 5.803 Patienten mit Skelettmuskelschmerzen und rund 1.483 Ärzte in acht europäischen Ländern befragt. Die Ergebnisse legen nahe, dass rund 50 Millionen an chronischen Schmerzen leidende Europäer nicht in Behandlung sind. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Annals of the Rheumatic Diseases veröffentlicht.

Im Umgang mit dieser speziellen Form von Schmerzen zeigten sich laut BBC in den acht Ländern nur geringe Unterschiede. Anders als die befragten Ärzte fühlten sich die Patienten nicht immer gut betreut. Einer von vier Betroffenen gab an, keinen Arzt aufgesucht zu haben. Dem entgegen stand die Tatsache, dass bis zu 75 Prozent der Teilnehmer unter dauernden oder sogar täglichen Schmerzen litten, die sie sogar im Alltag einschränkten. Jene, die Hilfe suchten, warten vielfach mehrere Monate damit. Rund die Hälfte jener Patienten, die einen Arzt aufgesucht hatten, gaben an, derzeit keine Schmerzbehandlung zu erhalten.


Die Mediziner ihrerseits gaben an, dass sie allen Patienten eine Behandlung angeboten hätten. Fast alle erklärten, dass sie versuchten die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Schmerzmittel wie Aspirin werden am häufigsten zur Behandlung chronischer Schmerzen verschrieben. Die meisten Ärzte äußerten jedoch Bedenken hinsichtlich der Einnahme über einen langen Zeitraum. Sie befürchteten negative Auswirkungen auf den Verdauungsapparat. Deutsche Ärzte rieten häufiger zu Bewegung, Physiotherapie, pflanzlichen Heilmitteln und Akupunktur als alle ihre Kollegen. Die Studie legt nahe, dass die meisten Patienten über ihre Krankheit aus den Medien, von Freunden, Familienmitgliedern oder Physiotherapeuten erfahren hatten. Nur einer von drei Teilnehmern gab an, entsprechende Informationen von einem Arzt erhalten zu haben.

Viele Patienten wurden nur unzureichend über die Risiken und Vorteile einer Behandlung informiert. Nur die Hälfte der Patienten aus Schweden, Irland, Deutschland, Frankreich und Großbritannien war sich der Nebenwirkungen von Schmerzmitteln bewusst. Ängste vor Abhängigkeit und einem zu großen Vertrauen in Medikamente waren bei Patienten und Ärzten verbreitet. Das internationale Forscherteam argumentiert, dass die Betroffenen keine ausreichenden Informationen für die Bewältigung ihrer Gesundheitsprobleme erhielten.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://ard.bmjjournals.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sicher und gesund arbeiten mit Datenbrillen
13.01.2017 | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

nachricht Vorhersage entlastet das Gehirn
13.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ALMA beginnt Beobachtung der Sonne

18.01.2017 | Physik Astronomie

Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

18.01.2017 | Architektur Bauwesen

Neues Forschungsspecial zu Meeren, Ozeanen und Gewässern

18.01.2017 | Geowissenschaften