Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Optimierter Strahlenschutz bei geringen Dosen

09.03.2004


Ein von der EU finanziertes und inzwischen erfolgreich abgeschlossenes Projekt hat wertvolle Informationen über die genetischen Mechanismen geliefert, die an der Entwicklung strahlungsinduzierter Tumoren beteiligt sind. Die Daten können zur weiteren Entwicklung des nötigen Rahmenwerks für die Analyse des Risikos einer Tumorentwicklung nach dem Einwirken von Strahlung beim Menschen beitragen.



Heute sind die verfügbaren Informationen zu Krebsrisiken aufgrund der Einwirkung ionisierender Strahlung weitaus besser bekannt als diejenigen zu allen anderen Ursachen. Dies ist vor allem darauf zurück zu führen, dass die Wissenschaftler den Verlauf von Tumorerkrankungen an Personen, die hohen und niedrigen Strahlungsdosen ausgesetzt waren, über viele Jahrzehnte intensiv studiert haben. Doch weil Krebs eine sehr komplexe Krankheit ist, zu der viele Faktoren beitragen, ist das zugehörige Risiko bei sehr geringen Dosen noch immer sehr schwierig abzuschätzen.



Aus diesem Grund wurden im Projekt MAGELLANS eingehend die Mechanismen und die Genetik der Tumorentstehung untersucht, die in erster Linie durch Strahlung verursacht wird. In diesem Zusammenhang führten die Forscher an Mäusen Versuche zu Leukämie, Lymphomen und Haut-Neoplasie durch. Die dabei gesammelten nützlichen Daten können als Grundlage für die Bestimmung des strahlungsbedingten Krebsrisikos für den Menschen bei niedrigen Dosen dienen. In Kombination mit einer Variation des genetischen Hintergrundes können diese Daten überdies zur Darstellung der Risikoverteilung innerhalb der Bevölkerung genutzt werden.

Sowohl die veröffentlichten (27 wissenschaftliche Schriften) als auch die unveröffentlichten Daten stützen die Annahme, dass der Genverlustmechanismus eine entscheidende Rolle für die frühen Auswirkungen von Strahlung bei einem mehrstufigen Tumorwachstum in der Haut und im erythropoietischen System spielt. Das bedeutet, dass selbst geringste Dosen ionisierender Strahlung, die aus natürlichen oder künstlichen Quellen stammen kann, die Entwicklung von Malignitäten begünstigen können. Als tumoranfällig erwiesen sich auch einige Kandidatengene wie z.B. Pthlh und Scaa2 für die Haut oder Prkdc in Brust und Darm.

Die gewonnen Daten können weiter für die Analyse der vielfältigen Mechanismen genutzt werden, nach denen verschiedene genetische Risikofaktoren in unterschiedlichen Tumortypen und bei unterschiedlichen Gensätzen in Interaktion treten. Die Projektergebnisse können daher als wertvolle Eingangsdaten für Krebsstudien im Hinblick auf die Tumorentwicklung und Frühdiagnose dienen. Andererseits können sie auch zur Verbesserung der geltenden Strahlenschutznormen beitragen, was die gesundheitlichen Aspekte natürlicher sowie industriell und medizinisch angewandter ionisierender Strahlung betrifft.

Kontakt:

Dr. Roger Cox
National radiological protection board
Chilton - Didcot
OX11 ORQ, Oxon, United Kingdom
Tel: +44-1235-822-618, Fax: -619
Email: roger.cox@nrpb.org

Dr. Roger Cox | ctm
Weitere Informationen:
http://www.nrpb.org

Weitere Berichte zu: Strahlenschutz Strahlung Tumorentwicklung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus
23.02.2017 | Versorgungsatlas

nachricht Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt
22.02.2017 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie