Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Strahlentherapie mit dem Hybrid-System Primatom von Siemens

01.03.2004


Über 500 Patienten im Deutschen Krebsforschungszentrum und Universitätsklinikum in Heidelberg erfolgreich behandelt


Im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) wurden in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik in Heidelberg bis heute mehr als 500 Patienten mit dem Hybrid-System Primatom von Siemens Medical Solutions behandelt. Der Primatom ist ein integriertes System aus einem Linearbeschleuniger und einem Computertomographen (CT) auf Schienen. Es unterstützt die exakte Patientenpositionierung für die Bestrahlung eines Tumors mit hohen Dosen durch präzise, intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT). Die klinische Anwendung beschränkt sich nicht nur auf stereotaktische Kopf-Hals-Bestrahlungen, sondern schließt auch die Bestrahlung anderer Körperregionen wie Abdomen und Becken ein. Der Primatom im DKFZ ist das erste System seiner Art in Europa.

Zur Unterstützung einer exakten Patientenpositionierung für die zielgenaue Bestrahlung eines Tumors mit hohen Dosen wurde ein System entwickelt, das aus einem Linearbeschleuniger und einem Computertomographen auf Schienen besteht. Mit diesem fortschrittlichen, bildgeführten Verfahren wird eine Lokalisierung des Zielvolumens kurz vor der Bestrahlung in kürzester Zeit möglich. „Die Integration der Bildgebung in die Therapie erschließt uns eine weitere Dimension für die Behandlung von Krebspatienten, nämlich die Berücksichtigung der zeitlichen Veränderungen des Tumors während der Therapie“, sagte Prof. Dr. Jürgen Debus, Ärztlicher Direktor der Klinischen Radiologie an der Universitätsklinik in Heidelberg.


Die Gantry des CT bewegt sich auf Hochpräzisionsschienen und erlaubt eine schnelle und genaue diagnostische Bilddarstellung des auf dem Bestrahlungstisch liegenden Patienten. Nach dem Scan wird die Tischplatte gedreht und der Patient in die Bestrahlungsposition gebracht. Auf diese Weise werden möglichst exakte Informationen bezüglich aktueller Größe, Form und vor allem Lage des Tumors, sowie der umgebenden kritischen Strukturen gewonnen. Neben den fortschrittlichen Funktionen zur Patientenpositionierung und der genauen Bestimmung des Isozentrums zur Bestrahlung ist vor allem die optimierte intensitätsmodulierte Strahlentherapie von großer Bedeutung. Diese Methode ist möglich durch den Einsatz innovativer, integrierter Technologien mit dem Erfolg, dass die Dosis im Tumor bei gleichzeitiger Schonung des umgebenden Gewebes maximiert werden kann.

Für Behandlungen mit dem Primatom werden für jeden Patienten individuelle Positionshilfen für die Bestrahlungstherapie hergestellt. Um eine erfolgreiche Behandlungsserie durchzuführen, muss der Patient bei jeder Bestrahlung absolut unbeweglich bleiben und deshalb fixiert werden. Mit Hilfe dieser Positionsfixierung wird gewährleistet, dass der Patient immer in der gleichen Position relativ zum Lagerungstisch liegt. Die bisher im DKFZ mit dem neuen Hybrid-System Primatom behandelten über 500 Patienten profitierten dabei auf doppelte Weise: Durch die Vorzüge der Siemens-Technologie hat der Arzt mehr Zeit für die Patienten, während die Qualität der Behandlungen mit den neuen Technologien und Methoden erheblich verbessert wurde.

Mit mehr als 35 Patenten auf dem Gebiet der Linearbeschleuniger-Technologie allein in den letzten fünf Jahren ist Siemens führend in der Entwicklung neuer Bestrahlungstherapien von hochwertiger Qualität. Im Fokus steht dabei die Entwicklung integrierter Lösungspakete für die Durchführung der onkologischen Behandlung. Im Kampf gegen den Krebs ist vor allem wichtig, Lösungen zur Früherkennung des Tumors, zur schnellen und effektiven Therapie und zur Bewertung der Ergebnisse mit dem höchsten Grad an Genauigkeit anzubieten. Die Strahlentherapie profitiert dabei auch von den Entwicklungen der modernen Bildgebung. So wird heute unter anderem auch in der Strahlentherapie Syngo eingesetzt, die einheitliche intuitive Bediensoftware für medizinische Bildgebung.

Das Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts des Landes Baden-Württemberg und wurde 1964 mit Sitz in Heidelberg gegründet. Es handelt sich um eine überregionale Forschungseinrichtung, die seit 1975 Mitglied der HGF – Hermann von Helmholtz – Gemeinschaft deutscher Forschungszentren und seit 1977 Mitglied der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ist. Das DKFZ wird zu 90 Prozent durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg finanziert. Das Ziel der Stiftung ist es, wesentliche Beiträge zum Verständnis der Mechanismen der Krebsentstehung und zur Erfassung von Krebsrisikofaktoren zu leisten. Die Ergebnisse dieser grundlegenden Arbeiten sollen zu neuen Ansätzen in der Vorbeugung, Diagnose und Therapie der Krebserkrankungen führen. Für die kommenden Jahre werden durch den multidisziplinären Einsatz des Forschungspotentials, konzentriert auf die Schwerpunkte, vielversprechende Möglichkeiten gesehen, in der Analyse der Tumorentstehung und -therapie wesentliche Fortschritte zu erreichen. Weitere Informationen finden Sie im Internet.

Die Abteilung Klinische Radiologie mit Poliklinik der Universitätsklinik in Heidelberg ist seit Jahren eine fest etablierte Institution der Tumortherapie. Die in der Kopfklinik untergebrachte Abteilung ist zusammen mit anderen Schwerpunktkliniken der Universität, dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Tumorzentrum Heidelberg-Mannheim eingebunden in die interdisziplinäre Patientenversorgung und Tumorforschung. Die Klinik ist eine der größten und renommiertesten Einrichtungen europaweit zur Tumortherapie. Im stationären Bereich wird hier z.B. eine simultane Chemotherapie bei kombinierter Radiochemotherapie z.B. bei Tumoren des Enddarmes, der Speiseröhre und bei Kopf-Hals-Tumoren durchgeführt. Im ambulanten Bereich sind Spezialambulanzen für Radiochirurgie, Konformationsbestrahlung, Brachytherapie und intraoperative Bestrahlung anzuführen. Weitere Informationen finden Sie im Internet.

Siemens Medical Solutions (Med) ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Der Bereich steht für innovative Produkte und Komplettlösungen sowie für ein umfangreiches Angebot von Dienst- und Beratungsleistungen. Abgedeckt wird das gesamte Spektrum über bildgebende Systeme für Diagnose und Therapie, die Elektromedizin und die Audiologie bis hin zu IT-Lösungen. Mithilfe dieser Lösungen ermöglicht Med seinen Kunden, sichtbare Ergebnisse sowohl im klinischen, als auch im administrativen Bereich zu erzielen – so genannte „Proven Outcomes“. Innovationen aus dem Hause Siemens optimieren Arbeitsabläufe in Kliniken und Praxen und führen zu mehr Effizienz in der Gesundheitsversorgung. Med beschäftigt weltweit rund 31 000 Mitarbeiter und ist in 120 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2003 (30. September) erzielte Med einen Umsatz von 7,4 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 7,8 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1,1 Mrd. €.

Bianca Braun | Siemens Corporate Communications
Weitere Informationen:
http://www.dkfz-heidelberg.de
http://www.siemens.com/medical

Weitere Berichte zu: DKFZ Hybrid-System Krebsforschungszentrum Primatom Strahlentherapie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Sind Epilepsie-Patienten wetterfühlig?
23.05.2017 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Dual-Layer Spektral-CT: Bessere Therapieplanung beim Bauchspeicheldrüsenkrebs
18.05.2017 | Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hält die Klebung?

29.05.2017 | Materialwissenschaften

Vom Edge- bis zum Cloud-Datacenter - Rittal zeigt in Monaco innovative Lösungen für Datacenter

29.05.2017 | Informationstechnologie

„BioFlexRobot“: Weiche Gelenke machen Roboter sicherer

29.05.2017 | Energie und Elektrotechnik