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Mit Köpfchen gegen den Kreuzschmerz: Disease Management Programm startet

27.02.2004


DGSS und Grünenthal startet Disease Management Programm



Rückenschmerzen kommen und gehen wie eine Erkältung. In den allermeisten Fällen sind sie auch genauso einfach zu diagnostizieren und zu behandeln. Doch unkoordinierte Diagnostik- und Behandlungsansätze sowie verunsicherte Patienten, die sich aufgrund mangelnder Information falsch verhalten, machen den Rückenschmerz zum medizinischen und ökonomischen Problem. Um Abhilfe zu schaffen, haben die Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e. V. (DGSS) und die Grünenthal GmbH zusammen mit allen an der Behandlung des Rückenschmerzes Beteiligten und der wissenschaftlichen Begleitung des Instituts für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) ein Disease Management Programm (DMP) Rückenschmerz entwickelt. Die einfachen und effektiven Mittel zur Kostenersparnis: Leitlinien für Ärzte, Informationen für Patienten und eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen.

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Zuviel Schonung verlängert das Leiden

Hexenschuss, Verspannung, Verschleiß: Die Ursachen von Rückenschmerzen sind zwar vielfältig, aber meistens einfach durch Befragung und körperliche Untersuchung des Patienten herauszufinden. Nur in unklaren oder besonders schweren Fällen muss teure Diagnostik wie Röntgen oder Computertomographie zum Einsatz kommen. "Im Augenblick wird aber noch viel zu oft mit Kanonen auf Spatzen geschossen", erklärt Prof. Dr. Michael Zenz, Präsident der DGSS, einen Kostenfaktor. Eine bessere Aufklärung der Ärzte durch die Leitlinien des DMP soll diese unnötigen Kosten verhindern. Auch die Patienten werden besser informiert: Die Schmerzen zwar nicht auf die leichte Schulter nehmen, aber so bald wie möglich wieder in Bewegung kommen, lautet die Devise. Schmerzmittel und Massagen können in der ersten, schmerzhaften Zeit helfen, schnell wieder mobil zu sein. "Zu viel Schonung trägt nur dazu bei, dass der Schmerz chronisch wird", so Prof. Zenz, "und dann wird es für den Patienten erst wirklich schlimm und für die Kostenträger teuer."

Symptome lindern und Ursachen beseitigen

Um den Verlauf der Therapie beurteilen zu können, wird per Fragebogen das Schmerzempfinden des Patienten regelmäßig überprüft. Auch ist es mit der reinen Bekämpfung der Symptome nicht getan: Arzt und Patient gehen gemeinsam dem Leiden auf den Grund. Ist es vielleicht der Schreibtischstuhl, der den Rücken belastet? Sitzt der Chef im Nacken? Bedrücken emotionale oder psychische Probleme? Bei Bedarf stimmen sich die Ärzte auch mit Betriebsärzten oder Psychologen ab, um den besten Weg zum bleibenden Wohlbefinden für jeden Patienten zu finden.

60 Praxen steigen ins DMP ein

Grundpfeiler des DMP sind einerseits die strenge Orientierung an den anerkannten Leitlinien zur Behandlung des Rückenschmerzes sowie andererseits auch die Umsetzbarkeit in der täglichen Praxis. Ein Expertenteam aus Vertretern der Wissenschaft, der Ärzte, der Krankenkassen und der Patienten hat gemeinsam einen Leitfaden für die Diagnostik und Therapie des Rückenschmerzes, Schulungen und Hilfestellungen für Ärzte und eine Informationsbroschüre für Patienten entwickelt. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Verbesserung des Austausches zwischen den verschiedenen Behandlern. Eine spezielle Software vernetzt die beteiligten Arztpraxen mit der DMP-Zentrale, in der die Ergebnisse der Pilotphase ausgewertet werden. An der Pilotphase, die jetzt startet, nehmen ca. 60 Praxen teil.

Wirkungsvolles Steuerungsinstrument

"Disease Management Programme können sehr wirkungsvolle Steuerungsinstrumente im Gesundheitswesen sein", unterstreicht Dr. Frank Heinzen, Leiter der Geschäftseinheit Gesundheitsmanagement bei Grünenthal. "Grünenthal sieht dieses Projekt vor allem als Chance, um DMPs auch jenseits des Risikostrukturausgleichs (RSA) erfolgreich umzusetzen. Die enge Zusammenarbeit mit den wissenschaftlichen Fachgesellschaften gewährt dabei das hohe wissenschaftliche Niveau der medizinischen Maßnahmen im DMP", so Dr. Heinzen. Die Initiatoren des neuen DMP Rückenschmerz erhoffen sich langfristig eine spürbare Kostenersparnis, vor allem aber eine Verbesserung der Versorgung.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Michael Zenz, Präsident der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e. V. (DGSS), Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Schmerztherapie der Ruhr-Universität Bochum, Knappschaftskrankenhaus Langendreer und BG-Kliniken Bergmannsheil Bochum, In der Schornau 23-25, 44892 Bochum, Tel. 0234/299-3000, E-Mail: zenz@anaesthesia.de

Meike Drießen | idw
Weitere Informationen:
http://www.anaesthesia.de

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