Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Immunologischer Durchbruch" - Erstmals Wirksamkeit von Krebs-Impfstoff belegt

20.02.2004


5-Jahres Endergebnisse einer wissenschaftliche Studie /Nierenzell-Krebs

... mehr zu:
»Metastase

Weltweit erstmals ist die Wirksamkeit eines Impfstoffes gegen Nierenzell-Krebs nachgewiesen worden: Bei den Patienten, die nach der operativen Entfernung des Tumors im Rahmen einer groß angelegten klinischen Studie mit dem neuen Impfstoff behandelt wurden, bildeten sich viel seltener Metastasen (Tochtergeschwulste) als bei Betroffenen, die nicht mit dem neuen Arzneimittel behandelt wurden. „Die Studienergebnisse belegen, dass der neue Impfstoff das relative Risiko einer Wiedererkrankung bzw. Bildung von Metastasen um etwa 30 Prozent verringert und die Lebenserwartung betroffener Patienten sich somit erhöhen könnte“, sagt Prof. Dieter Jocham von der Universitätsklinik in Lübeck, zugleich Leiter der klinischen Studie. Die Endergebnisse der nach international anerkannten Richtlinien durchgeführten Studie sind in der am 21. Februar erscheinenden Ausgabe des renommierten Wissenschafts-Journals „The Lancet“ veröffentlicht. International renommierte Wissenschaftler sprechen darin mit Blick auf die Ergebnisse von einem „immunologischen Durchbruch“.

Mit der europaweiten Zulassung des neuen, von dem in Hannover ansässigen Biotechnologie-Unternehmen LipoNova entwickelten Impfstoffs, der aus körpereigenen Tumorzellen des jeweiligen Patienten hergestellt wird, ist Anfang nächsten Jahres zu rechnen: Der entsprechende Antrag wurde bei der Europäischen Zulassungsbehörde (EMEA) bereits vor rund zwei Monaten gestellt.


Unter bestimmten Voraussetzungen haben betroffene Patienten die Möglichkeit, sich bereits vor der förmlichen Zulassung mit dem Impfstoff behandeln zu lassen, wenn ihr Arzt dies veranlasst. Die Krankenkassen übernehmen allerdings erst nach der formalen Zulassung des neuen Arzneimittels die Kosten - derzeit rund 18.000 €.

„Schon heute können Patienten über ihren Arzt die für die Herstellung des Wirkstoffes nötigen Gewebeproben kostenlos bei uns einlagern“, sagt Dr. Claudia Ulbrich, LipoNova-Gründerin und Geschäftsführerin.

Bundesweit erkranken jährlich rund 14.000 Menschen an Nierenkrebs, Tendenz: steigend. Derzeit sterben rund 40 Prozent davon innerhalb von 5 Jahren nach Diagnose des Tumors. Das Risiko der Wiedererkrankung nach der - üblichen - operativen Entfernung des Tumors liegt stadienabhängig bei bis zu 50 Prozent. Nach Wiedererkrankung liegt die mittlere Überlebenszeit bei 12 bis 18 Monaten. Nach fünf Jahren leben weniger als fünf Prozent. Mit dem neuen Impfstoff kann sich die Lebenserwartung vieler Patienten erhöhen.

Nach den jetzt in der Fachpublikation veröffentlichten Endergebnissen der wissenschaftlichen Studie wurden besonders deutliche Unterschiede bei Patienten beobachtet, die aufgrund eines bereits fortgeschrittenen Tumorstadiums ein höheres Risiko für ein Wiederauftreten der Erkrankung aufweisen. Nur bei knapp einem Drittel (32,5 %) dieser im Rahmen der Studie behandelten Patienten wurde innerhalb von fünf Jahren nach der Therapie eine Wiedererkrankung bzw. Metastasenbildung festgestellt; bei der Patientengruppe, die nicht mit dem neuen Impfstoff behandelt wurde, erkrankten dagegen mehr als die Hälfte (50,3 %) der Patienten neu. Der Behandlungserfolg wurde bei dieser Gruppe der geimpften Patienten mit fortschreitender Zeit immer deutlicher: Während von den nicht behandelten Patienten nach knapp sechs Jahren 53,1 Prozent neu erkrankt waren, waren es bei den mit dem neuen Wirkstoff behandelten Patienten „nur“ rund 33,8 Prozent.

Betroffene und Ärzte können ab Montag (23.2.) unter der kostenlosen Hotline 0800 58 58 000 weitere Informationen erhalten.

Jutta Ulbrich | LipoNova GmbH
Weitere Informationen:
http://www.liponova.de/_f/05_news/pressemitteilungen.php
http://www.innovations-report.de/html/profile/profil-1136.html
http://www.liponova.de/

Weitere Berichte zu: Metastase

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs
13.12.2017 | Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

nachricht Gefäßregeneration: Wie sich Wunden schließen
12.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was für IT-Manager jetzt wichtig ist

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

30 Baufritz-Läufer beim 25. Erkheimer Nikolaus-Straßenlauf

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten