Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Krebszellen wehren sich gegen Behandlung

19.02.2004


"Türsteher" können ausgeschalten werden



Britische Wissenschaftler haben entdeckt, dass Krebszellen über eine ganze Reihe so genannter "Türsteher" verfügen, die verhindern können, dass Medikamente Tumore angreifen. Laut einer im European Journal of Cancer veröffentlichten Studie gehören diese Türsteher zu einem komplexen Abwehrsystem. Den Forschern gelang es die Türsteher-Moleküle auszuschalten und so den Behandlungserfolg wieder zu gewährleisten. Eine weitere in Nature publizierte Studie amerikanischer Wissenschaftler zeigte, dass Krebszellen Blutgefäße und Lymphgefäße einengen können, damit Medikamente einen Tumor nicht mehr erreichen.



Das Team des John Radcliffe Hospital untersuchte wie das Türsteher-Molekül P-Glycoprotein daran gehindert werden kann, die Wirkung von Chemotherapie-Medikamenten in Krebszellen zu blockieren. Es war bekannt, dass das Medikament XR9576 P-Glycoprotein blockieren und einzelne Zellen für die Chemotherapie sensibilisieren konnte. Unbekannt war laut BBC, ob das Medikament auch bei ganzen Tumoren wirksam sein würde.

Für Laborversuche wurden Krebszellen mit großen und kleinen Mengen von P-Glycoprotein im Labor gezüchtet. Die Tumore wurden in der Folge mit zwei verbreiteten Komponenten der Chemotherapie, Vinblastine oder Doxorubicin, behandelt. Tumore mit geringen Mengen von P-Glyoprotein reagierten hoch sensibel auf beide Medikamente. Tumore mit vielen Türsteher-Molekülen waren bei Doxorubicin bis zu 20 Mal resistenter, bei Vinblastine bis zu 300 Mal. Bei der Wiederholung der Tests wurden die Tumore mit XR9576 vorbehandelt. Der leitende Wissenschaftler Richard Callaghan erklärte, dass man damit nachgewiesen habe, dass P-Glycoprotein bei der Medikamentenresistenz eine entscheidende Rolle spiel.

Die zweite Studie von Forschern des Massachusetts General Hospital hat gezeigt, dass Krebszellen selbst die sie versorgenden Gefäße blockieren um die Wirkung von Medikamenten zu behindern. Dieses Vorgehen erkläre, warum manche Behandlungsansätze nicht so erfolgreich seien wie erwartet. Das Team implantierte Mäusen menschliche Tumore und verabreichte den Tieren eine für sie ungefährliche Diphterie-Dosis. Diphterie tötete die Krebszellen und entfernte so den auf den Gefäßen lastenden Druck. Die behandelten Blutgefäße arbeiteten in der Folge annähernd normal, die Lymphgefäße nicht. Der leitende Wissenschaftler Rakesh Jain erklärte, dass das Öffnen der Gefäße zusätzlich auch einen Fluchtweg für sich ausbreitende Krebszellen bieten könne.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.oxfordradcliffe.nhs.uk
http://www.mgh.harvard.edu

Weitere Berichte zu: Krebszelle P-Glycoprotein Türsteher-Molekül

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Therapieansätze bei RET-Fusion - Zwei neue Inhibitoren gegen Treibermutation
26.06.2017 | Uniklinik Köln

nachricht Bei Notfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall immer den Notruf 112 wählen: Jede Minute zählt!
22.06.2017 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie