Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heilungschancen erhöht - Spätfolgen reduziert

03.02.2004


Weichteilsarkom-Therapie bei Kindern erfolgreich optimiert



Heute können fast 80 Prozent der Kinder mit einem Weichteilsarkom geheilt werden. Diese bösartigen Tumoren sind die vierthäufigste Krebserkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Weichteilsarkome entstehen aus entarteten Zellen des Muskel- und Bindegewebes. Häufig betroffen sind der Kopf und der Hals, der Bereich um die Blase sowie die Geschlechtsorgane und die Gliedmaßen. Durch die Förderung der Deutschen Krebshilfe ist es gelungen, die Therapie-Intensität bei den meist kleinen Patienten zu reduzieren und die Spätfolgen dadurch zu verringern - ohne die Heilungschancen zu verschlechtern. Dies ist das Ergebnis der so genannten kooperativen Weichteilsarkom-Therapiestudie CWS-96, die von der Deutschen Krebshilfe mit rund 725.000 Euro am Olgahospital Stuttgart unterstützt wurde.

... mehr zu:
»CWS-96 »Weichteilsarkom


"Die CWS-96 Studie hat für die Behandlung von bösartigen Weichteiltumoren bei Kindern einen Meilenstein gesetzt", sagt Professor Dr. Jörn Treuner, Studienleiter und Ärztlicher Direktor am Olgahospital in Stuttgart. "Vor 20 Jahren haben nur etwa 30 Prozent der kleinen Patienten mit einem Weichteilsarkom überlebt. Heute können fast 80 Prozent der Betroffenen geheilt werden."

An der mulitzentrischen CWS-96 Studie, die von 1995 bis 2002 durchgeführt wurde, sind neben Deutschland auch Österreich, Polen, Schweden, Ungarn und die Schweiz beteiligt. Die Studie wird von der kooperativen Weichteilsarkom-Studiengruppe koordiniert. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt diese Studiengruppe bereits seit 17 Jahren mit rund 1,8 Millionen Euro. Vorrangige Ziele: Kinder und Jugendliche auf höchstem Niveau zu behandeln, die Intensität und Dauer der Chemo- und Strahlentherapie dem individuellen Risiko des Patienten anzupassen sowie die Überlebenschancen insbesondere für Kinder mit schlechter Prognose zu verbessern.

Seit Gründung der Weichteilsarkom-Studiengruppe 1981 sind über 2.800 Patienten mit dieser Krebsart nach standardisierten Protokollen behandelt worden. Zur Standardtherapie gehört die möglichst vollständige Entfernung des Tumors mit zusätzlicher Bestrahlung und anschließender Chemotherapie.


Die jeweilige Behandlungsmethode und Therapie-Intensität richtet sich nach der Risikogruppe, in die der Betroffene eingeteilt wird: in die Gruppe "Niedrigrisiko", "Standardrisiko" oder "Hochrisiko". "Die Einteilung hängt ab von der Lage, dem Ausbreitungsgrad und der Gewebeart des Tumors. Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass auch das Patientenalter und die Tumorgröße eine entscheidende Rolle für die Prognose spielen", erläutert Professor Treuner. Mit Hilfe dieser detaillierten Risikogruppen-Einteilung lässt sich die erforderliche Intensität der Therapie heute individuell an die Bedürfnisse der kleinen Patienten anpassen.

"Die Auswertung unterschiedlicher Therapieprotokolle hat ergeben, dass bei der Niedrigrisikogruppe und bei einigen Betroffenen der Standardrisikogruppe auf bestimmte Chemotherapeutika verzichtet und die Strahlentherapie reduziert werden kann, ohne das Rückfallrisiko zu erhöhen", erklärt der Studienleiter. "Dadurch leiden die Betroffenen nach Abschluss der Therapie deutlich weniger unter belastenden Spätfolgen." Bei der Hochrisikogruppe treten die meisten Rückfälle und Metastasen innerhalb des ersten Jahres nach Therapie-Ende auf. Um die Überlebenschancen für diese Patienten zu verbessern, wird im Rahmen der Studie in Zukunft eine Erhaltungstherapie eingeführt.

"Therapiestudien sind ein wichtigstes Instrument in der Krebsbekämpfung", betont Gerd Nettekoven, Geschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. "Die Unterstützung dieser Studien stellt daher einen wichtigen Schwerpunkt unserer Arbeit dar." So werden fast alle derzeit in Deutschland laufenden Therapie-Optimierungsstudien in der Pädiatrischen Onkologie von der Deutschen Krebshilfe finanziert. "Es sind vor allem diese Studien, die dazu beigetragen haben, dass viele Kinder mit einer Krebserkrankung heute geheilt werden können."

Die Broschüre "Klinische Studien" kann kostenfrei bei der Deutschen Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn, per Fax: 0228/72990-11 oder E-Mail: deutsche@krebshilfe.de bestellt und im Internet unter www.krebshilfe.de abgerufen werden.

Dr. med. Eva M. Kalbheim | idw
Weitere Informationen:
http://www.krebshilfe.de

Weitere Berichte zu: CWS-96 Weichteilsarkom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Schwere Infektionen bei Kindern auch in der Schweiz verbreitet
26.07.2017 | Universitätsspital Bern

nachricht Neue statistische Verfahren zur Überprüfung von Arzneimittel-Generika
25.07.2017 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ruckartige Bewegung schärft Röntgenpulse

Spektral breite Röntgenpulse lassen sich rein mechanisch „zuspitzen“. Das klingt überraschend, aber ein Team aus theoretischen und Experimentalphysikern hat dafür eine Methode entwickelt und realisiert. Sie verwendet präzise mit den Pulsen synchronisierte schnelle Bewegungen einer mit dem Röntgenlicht wechselwirkenden Probe. Dadurch gelingt es, Photonen innerhalb des Röntgenpulses so zu verschieben, dass sich diese im gewünschten Bereich konzentrieren.

Wie macht man aus einem flachen Hügel einen steilen und hohen Berg? Man gräbt an den Seiten Material ab und schüttet es oben auf. So etwa kann man sich die...

Im Focus: Abrupt motion sharpens x-ray pulses

Spectrally narrow x-ray pulses may be “sharpened” by purely mechanical means. This sounds surprisingly, but a team of theoretical and experimental physicists developed and realized such a method. It is based on fast motions, precisely synchronized with the pulses, of a target interacting with the x-ray light. Thereby, photons are redistributed within the x-ray pulse to the desired spectral region.

A team of theoretical physicists from the MPI for Nuclear Physics (MPIK) in Heidelberg has developed a novel method to intensify the spectrally broad x-ray...

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Ferienkurs mit rund 600 Teilnehmern aus aller Welt

28.07.2017 | Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Firmen räumen bei der IT, Mobilgeräten und Firmen-Hardware am liebsten in der Urlaubsphase auf

28.07.2017 | Unternehmensmeldung

Dunkel war’s, der Mond schien helle: Nachthimmel oft heller als gedacht

28.07.2017 | Geowissenschaften

8,2 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie

28.07.2017 | Förderungen Preise