Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Milliardenkosten durch falsche Medikamenten-Einnahme

29.01.2004


Fraunhofer-ISI untersucht Maßnahmen für mehr Effizienz in der Arzneimittelversorgung



Viel hilft viel, sagt der Volksmund. Bei Medikamenten ist das anders - sie wirken nur, wenn sie richtig dosiert eingenommen werden. Dennoch schlucken je nach Krankheit bis zu 50 Prozent der deutschen Patienten mehr oder auch weniger Medizin als der Arzt verordnet hat - und belasten damit das Gesundheitswesen mit bis zu zehn Milliarden Euro an Folgekosten. Das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung in Karlsruhe hat im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung untersucht, wie sich diese Kosten senken lassen bei gleichzeitig besserer Versorgung der Patienten.

... mehr zu:
»Gesundheitswesen


"Es ist nicht damit getan, dem Patienten ein Medikament zu verschreiben", warnt Projektleiter Bernhard Bührlen. Vielmehr sei es nötig, die Verschreibungspraxis der Ärzte enger am Therapieerfolg auszurichten. Aber auch die Patienten seien gefordert: Durch Schulungen vor allem chronisch Kranker lasse sich die Einnahme-Disziplin steigern. Tests zeigen, dass bei geschulten Asthmapatienten die Zahl der Notfallaufnahmen in Krankenhäusern deutlich abnimmt. Oft sind die Maßnahmen simpel: Erinnerungshilfen - von der Pillendose mit mehreren Fächern bis zur SMS aufs Handy - können die Einnahmedisziplin bis zu 20 Prozent verbessern.

Eine patientengerechtere Versorgung mit Medikamenten wird laut der ISI-Studie durch die starren Strukturen des deutschen Gesundheitswesens verhindert, zum Beispiel durch die scharfe Trennung von ambulanter und stationärer Behandlung. Bernhard Bührlen sieht Lösungsansätze in der Einführung der Patientenchipkarte und elektronischer Rezepte, um den Behandlungsverlauf zu dokumentieren und das Kosten-Nutzen-Verhältnis zu optimieren. Unklar ist noch, wie sich Zuzahlungen auf den Medikamentenkonsum auswirken. In den Niederlanden wurde eine Zuzahlungsregelung 1999 wieder abgeschafft, nachdem sie sich als Steuerungsinstrument für den Arzneimittelverbrauch als unwirksam erwiesen hatte.

Für Fragen zur Studie: Dr. Bernhard Bührlen, Tel. 0721-6809-182, E-Mail: b.buehrlen@isi.fraunhofer.de

Bernd Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.isi.fraunhofer.de/pr/presse.htm

Weitere Berichte zu: Gesundheitswesen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen
11.12.2017 | Universität Bern

nachricht Kommunikation ist alles – auch im Immunsystem
28.11.2017 | Universitätsklinikum Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit