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Ohrentropfen fördern Bakterien- und Pilzresistenz bei Kindern

28.01.2004


US-Forscher warnt vor leichtfertigem Umgang mit Antibiotika



Ohrentropfen, die vielen Kindern bei Infektionen verschrieben werden, sollen nach Angaben eines US-Forschers zu einer vermehrten Resistenz gegen Bakterien und Pilzen führen. Glenn Isaacson, Mediziner und Professor für pädiatrische HNO von der Temple University berichtete über seine Studienergebnisse beim Treffen der Society of Laryngology, Otology and Rhinology.



"Traditionellerweise verschreiben Mediziner bei den häufig auftretenden Ohreninfektionen von Kindern orale Antibiotika", so Isaacson. 1998 wurden Breitband-Antibiotika-Ohrentropfen eingeführt, deren Wirkstoff Fluoroquinolon gegen die meisten Bakterien wirkt. Kürzlich haben allerdings Experten davor gewarnt, diese Ohrentropfen nicht zu häufig zu verwenden, da sie Resistenzen der Bakterien befürchteten. "Resistente Bakterien können entstehen, wenn Antibiotika falsch verwendet werden", so Isaacson. Es gebe bei der Anwendung dieser Medikation zu wenige Untersuchungen, kritisiert der Experte. In einer Pilotstudie konnten die Experten aber feststellen, dass die Ohrentropfen zu häufigen Pilzerkrankungen im Ohr führten. In weiteren Untersuchungen konnten die Forscher erkennen, dass die Kinder, die mit diesem Medikament behandelt wurden häufiger resistente Bakterien und Pilze im Ohr hatten als jene, die nicht mit den Antibiotika behandelt wurden.

Die Experten schlagen vor, vor der Gabe von Antibiotika genau zu untersuchen, welche Bakterien die Entzündungen verursachen. Nur so könne die Antibiotika-Resistenz bekämpft werden, erklärt Isaacson. Der Wirkstoff Fluoroquinolon sei ein höchst wirksames Antibiotikum für eine Reihe von Ohreninfektionen, daher müsse dafür Sorge getragen werden, dass ein solches Medikament seine Wirkung beibehält, rät Isaacson. Dazu gehöre auch, dass bei schwachen Entzündungen nicht sofort Antibiotika verschrieben werden.

Das erste Fluoroquinolon wurde vom Pharmakonzern Bayer entwickelt und Ciprofloxacin genannt. 1987 wurde es von der US-Food and Drug Administration FDA für die USA als erstes orales Breitband-Antibiotikum seiner Klasse zugelassen. 1991 folgte ein intravenös zu verabreichendes Medikament. Das Sicherheitsprofil des Wirkstoffes wurde nach Angaben des Pharmakonzerns in mehr als 32.000 Publikationen dokumentiert.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.temple.edu

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